Die arrhythmogene Kardiomyopathie ist eine seltene erbliche Herzerkrankung, die schwere Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod verursachen kann. Dabei ist noch weitgehend unbekannt, wie strukturelle Veränderungen im Herzgewebe mit den auftretenden funktionellen Störungen auf zellulärer Ebene genau verknüpft sind.
Der transnationale Verbund TREATYNG hat daher zum Ziel, eine neue Behandlung zu entwickeln, die auf einem bestimmten Signalweg, der Neuropeptid-Y-Signalgebung, beruht. Dieser Signalweg ist unter anderem an Veränderungsprozessen des Herzgewebes beteiligt. In dem Vorhaben an der Universität Freiburg sollen durch dreidimensionale Bildgebungs- und räumliche Analyseverfahren die Veränderungen des Herzgewebes in Tier- und Zellmodellen untersucht werden. Dafür wird mithilfe modernster 3D-Mikroskopie der Einfluss der Modulation der Neuropeptid-Y-Signalübertragung auf die Organisation des Herzgewebes analysiert. Die erzielten Ergebnisse liefern so bildgebende Einblicke in Krankheitsmechanismen und schaffen eine fundierte Grundlage für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zur gezielten Modulation der Neuropeptid-Y-Signalübertragung bei arrhythmogener Kardiomyopathie.
Im Verbund forschen Arbeitsgruppen aus fünf Ländern gemeinsam an der Lösung dieser Fragen. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Therapie Seltener Erkrankungen ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen wären.