Der techn(olog)ische und methodische Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften eröffnet neue Lösungswege für aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dies wirft ethische, rechtliche und soziale Fragen auf und fordert teils bestehende Wertvorstellungen heraus. Aufgabe innovationsorientierter Forschungspolitik ist es, derartige zukunftsrelevante Fragen frühzeitig zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie die Zusammenarbeit von relevanten Interessengruppen zu stärken.
Der Verbund befasst sich mit den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekten neuer genomischer Techniken (NGTs) in der Pflanzenzüchtung. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Innovation, Vorsorge und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang gebracht werden können. Beleuchtet werden internationale Regulierungsansätze, ökonomische und rechtliche Fragen wie z. B.: Wie steht es um Patente und Eigentumsrechte an neuem Saatgut? Wie kann dieses zurückverfolgt werden? Welche Geschichten und Ängste beeinflussen die öffentliche Meinung, auch in anderen Ländern? Die Ergebnisse fließen in Handlungsempfehlungen und Leitfäden ein, die Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Züchtung evidenzbasierte Orientierung bieten. Über einen Knowledge Hub, Podcasts und Workshops wird ein kontinuierlicher Wissenstransfer gewährleistet.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der BMFTR‑Förderrichtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten von Zukunftsthemen in den modernen Lebenswissenschaften sowie zur entwicklungsbiologischen Forschung und ihre mögliche Anwendung am Menschen. Ziel der Maßnahme ist es, relevante Fragen, Chancen und Risiken zu Zukunftsthemen fachübergreifend zu analysieren, Diskussionsprozesse wissenschaftlich zu fundieren sowie ethisch-rechtliche Empfehlungen zu deren Handhabung zu erarbeiten.