Der techn(olog)ische und methodische Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften eröffnet neue Lösungswege für aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dies wirft ethische, rechtliche und soziale Fragen auf und fordert teils bestehende Wertvorstellungen heraus. Aufgabe innovationsorientierter Forschungspolitik ist es, derartige zukunftsrelevante Fragen frühzeitig zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie die Zusammenarbeit von relevanten Interessengruppen zu stärken.
Der Verbund befasst sich mit den ethischen, gesellschaftlichen und konzeptionellen Auswirkungen affektiver Technologien (AT), welche emotionale Zustände wie Traurigkeit, Angst oder Schmerz analysieren und beeinflussen. Sie bieten neue Möglichkeiten bei der Früherkennung von Erkrankungen, therapeutischer Unterstützung und individueller Selbstregulation. Das Vorhaben beleuchtet hier Fragen wie z. B.: Welche Auswirkungen haben AT auf den Umgang mit Emotionen, aber auch auf das Selbstverständnis, die Privatsphäre und Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten? Wie verändern sie zwischenmenschliche und klinische Interaktionen? Und wie gelingt ein ethisch verantwortlicher Umgang bei der Technologie-Entwicklung in der Klinik und Praxis? Die Ergebnisse fließen in Handlungsempfehlungen und Leitfäden ein, um den Einsatz von AT für alle Beteiligten verantwortungsvoll, kultursensibel und sozial gerecht gestalten zu können.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der BMFTR-Förderrichtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten von Zukunftsthemen in den modernen Lebenswissenschaften sowie zur entwicklungsbiologischen Forschung und ihre mögliche Anwendung am Menschen. Ziel der Maßnahme ist es, relevante Fragen, Chancen und Risiken zu Zukunftsthemen fachübergreifend zu analysieren, Diskussionsprozesse wissenschaftlich zu fundieren sowie ethisch-rechtliche Empfehlungen zu deren Handhabung zu erarbeiten.