Verbund

MEDphage - Phagentherapie – medizinische, ethische, rechtliche und gesundheitsökonomische Aspekte neuer antimikrobieller Therapien in der Antibiotikaresistenzkrise

Der techn(olog)ische und methodische Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften eröffnet neue Lösungswege für aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dies wirft ethische, rechtliche und soziale Fragen auf und fordert teils bestehende Wertvorstellungen heraus. Aufgabe innovationsorientierter Forschungspolitik ist es, derartige zukunftsrelevante Fragen frühzeitig zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie die Zusammenarbeit von relevanten Interessengruppen zu stärken.

Arzneimittelresistente Infektionen stellen eine globale Herausforderung dar. Ein alternativer Behandlungsansatz bakterieller Infektionen sind Bakteriophagen. Die sogenannte Phagentherapie nutzt Viren, die für den Menschen ungefährlich sind, um Bakterien gezielt abzutöten. In Deutschland ist die Phagentherapie bislang noch nicht zugelassen.

Der Verbund MEDphage führt eine Risiko-Nutzen-Analyse von Phagentherapeutika für den medizinischen Einsatz beim Menschen durch und bewertet dabei ethische, rechtliche und sozialwissenschaftliche Aspekte. Der Verbund aus zwei Universitäten und einem Bundeswehrkrankenhaus mit Expertisen aus Ethik, Medizin, Recht und Ökonomie analysiert den technischen und medizinischen Stand der Forschung und bereitet diesen sachorientiert für verschiedene Interessensgruppen auf. Welche Anwendungsbereiche der Phagentherapie sind bereits heute möglich und in naher Zukunft absehbar? Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es für deren Einsatz? Wie sollten klinische Studien und Zulassungsverfahren gestaltet werden, um Phagentherapeutika in Deutschland zur Marktreife zu bringen? Was sind die ethischen Anforderungen für einen gerechten Zugang und kassenärztliche Erstattung? Was können wir von Ländern lernen, die bereits Phagentherapie einsetzen? Das Vorhaben wird politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Empfehlungen mit und für Patientinnen und Patienten, Krankenkassen, Pharmazeuten und Behörden erarbeiten, die einen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungsalternativen für bakterielle Infektionen leisten.

Weitere Informationen zum Projekt

Teilprojekte

Medizin, Ethik und Recht

Förderkennzeichen: 01GP2504A
Gesamte Fördersumme: 725.360 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Timo Faltus
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Juristischer Bereich, Lehrstuhl Öffentliches Recht
Universitätsplatz 3 - 5
06108 Halle (Saale)

Medizin, Ethik und Recht

Das Projekt zielt darauf ab, die Translation der (Bakterio-) Phagentherapie zu einer Standardtherapie gegen bakterielle Infektionskrankheiten zu unterstützen und einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Antibiotikakrise zu leisten. Phagen sind Viren, die Bakterien, nicht aber menschliche Zellen infizieren. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an bakteriellen Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Antibiotikaresistenz zu einer der zehn größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit erklärt. Daher besteht ein Bedarf an neuen Therapien zur Behandlung bakterieller Infektionen. Die Phagentherapie bietet eine solche Alternative. Das Hauptproblem bei der Phagentherapie ist, dass für die Behandlung der meisten Infektionen ein patientenspezifischer Ansatz erforderlich ist. Allerdings gibt es keine etablierten ethischen Bewertungen, regulatorischen Beurteilungen und sozioökonomischen Analysen für die Phagentherapie. Zudem sind die aktuellen ethischen Erfordernisse, die arzneimittelrechtlichen Vorgaben und die Anforderungen an die Erstattung auf Arzneimittel ausgelegt, die unabhängig vom Patienten vorab industriell hergestellt werden. Diese unbeantworteten Fragen behindern die Translation der Phagentherapie. Um die Translation der Phagentherapie zu fördern, nutzt das Projekt einen interdisziplinären Forschungsansatz, der sowohl technisch evidenzbasiert ist als auch die ethischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekte der Phagentherapie einschließt. Darüber hinaus bezieht das Projekt die Akteure ein, die für die Translation der Phagentherapie von Bedeutung sind. Das Vorhaben übernimmt dabei das medizinische, ethische und rechtliche Teilprojekt sowie die Projektkoordination.

Ökonomie

Förderkennzeichen: 01GP2504C
Gesamte Fördersumme: 245.281 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Dennis Häckl
Adresse: Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management
Neues Augusteum, Augustusplatz 10
04109 Leipzig

Ökonomie

Das Projekt zielt darauf ab, die Translation der (Bakterio-) Phagentherapie zu einer Standardtherapie gegen bakterielle Infektionskrankheiten zu unterstützen und einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Antibiotikakrise zu leisten. Phagen sind Viren, die Bakterien, nicht aber menschliche Zellen infizieren. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an bakteriellen Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Antibiotikaresistenz zu einer der zehn größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit erklärt. Daher besteht ein Bedarf an neuen Therapien zur Behandlung bakterieller Infektionen. Die Phagentherapie bietet eine solche Alternative. Das Hauptproblem bei der Phagentherapie ist, dass für die Behandlung der meisten Infektionen ein patientenspezifischer Ansatz erforderlich ist. Allerdings gibt es keine etablierten ethischen Bewertungen, regulatorischen Beurteilungen und sozioökonomischen Analysen für die Phagentherapie. Zudem sind die aktuellen ethischen Erfordernisse, die arzneimittelrechtlichen Vorgaben und die Anforderungen an die Erstattung auf Arzneimittel ausgelegt, die unabhängig vom Patienten vorab industriell hergestellt werden. Diese unbeantworteten Fragen behindern die Translation der Phagentherapie. Um die Translation der Phagentherapie zu fördern, nutzt das Projekt einen interdisziplinären Forschungsansatz, der sowohl technisch evidenzbasiert ist als auch die ethischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekte der Phagentherapie einschließt. Darüber hinaus bezieht das Projekt die Akteure ein, die für die Translation der Phagentherapie von Bedeutung sind. Das Vorhaben umfasst dabei das gesundheitsökonomische Teilprojekt.