| Förderkennzeichen: | 01GP2501D |
| Fördersumme: | 111.090 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Dr. Stephan Schleissing |
| Adresse: |
Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München Geschwister-Scholl-Platz 1 80539 München |
Das Verbundprojekt ALIGN – Advancing Legal, Innovative, and Governance Networks for NGTs in Plants untersucht die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte neuer genomischer Techniken (NGTs) in der Pflanzenzüchtung. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Innovation, Vorsorge und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang gebracht werden können. Dazu verknüpft ALIGN rechtswissenschaftliche, ökonomische, ethische und agrarwissenschaftliche Forschung. Analysiert werden internationale Regulierungsansätze, ökonomische und rechtliche Folgen (Haftung, Eigentum, Koexistenz, Traceability) sowie gesellschaftliche Narrative, die öffentliche Wahrnehmungen prägen. Eine ländervergleichende Diskursstudie ergänzt empirische und normative Analysen. Die Ergebnisse münden in praxisorientierte Governance-Optionen, Leitfäden und Policy-Briefs, die Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Züchtung evidenzbasierte Orientierung bieten. Über den ALIGN Knowledge Hub, Podcasts und Workshops wird ein kontinuierlicher Wissenstransfer gewährleistet. So trägt ALIGN zu einer verantwortungsvollen, innovationsfördernden Regulierung von NGTs in der EU bei und unterstützt die Umsetzung des Europäischen Green Deal und der Nationalen Bioökonomiestrategie. Innovation und Vorsorge sind zentrale Leitsemantiken einer evidenzbasierten Forschungspolitik bei der Neuregulierung der NGT. In ihnen verschränken sich empirische Befunde und Imaginationen von Zukunft, deren politische Anerkennung umstritten ist. Das Teilprojekt befasst sich mit folgenden Fragen: Was verstehen die Protagonisten in der aktuellen Debatte um die Zukunft der NGT unter "Innovation"? Welche unterschiedlichen sozialmoralischen Orientierungen können erklären, warum der Gegensatz beider Leitsemantiken in der öffentlichen Diskussion so unversöhnlich erscheint? Und welche ethischen Argumente sprechen für eine komplementäre, statt antagonistische Zuordnung der Werte von Innovation und Vorsorge bei der Neuregulierung der NGT?