Der techn(olog)ische und methodische Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften eröffnet neue Lösungswege für aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dies wirft ethische, rechtliche und soziale Fragen auf und fordert teils bestehende Wertvorstellungen heraus. Aufgabe innovationsorientierter Forschungspolitik ist es, derartige zukunftsrelevante Fragen frühzeitig zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie die Zusammenarbeit von relevanten Interessengruppen zu stärken.
Der Verbund SEEM beschäftigt sich eingehend mit der Forschungspraxis humaner stammzellbasierter Embryomodelle. Denn diese Forschung birgt großes Potenzial beispielsweise für Fortschritte in der Fortpflanzungsmedizin oder für Gewebe- und Organersatz, bringt jedoch grundsätzliche und sehr praktische Fragen auf: Könnte sich solch ein Embryomodell zum Menschen entwickeln? Ist es ethisch vertretbar, Embryomodelle so zu „konstruieren“, dass sie über keine Empfindungsfähigkeit verfügen, um sie moralisch und ethisch neutral für die Forschung zu gestalten? Sollten Gesetze angepasst werden, um mit dieser neuen Entwicklung umzugehen, und kann Deutschland von Regulierungsprinzipien anderer Länder lernen? Fallstudien in Laboren im Ausland werden diese Analysen informieren. Das Ziel von SEEM ist es, durch Empfehlungen zur Debatte beizutragen, wie diese neuen Entitäten angemessen bezeichnet, verantwortungsvoll eingesetzt und rechtlich geregelt werden sollten.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der BMFTR-Förderrichtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten von Zukunftsthemen in den modernen Lebenswissenschaften sowie zur entwicklungsbiologischen Forschung und ihre mögliche Anwendung am Menschen. Ziel der Maßnahme ist es, relevante Fragen, Chancen und Risiken zu Zukunftsthemen fachübergreifend zu analysieren, Diskussionsprozesse wissenschaftlich zu fundieren sowie ethisch-rechtliche Empfehlungen zu deren Handhabung zu erarbeiten.