Der techn(olog)ische und methodische Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften eröffnet neue Lösungswege für aktuelle und künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dies wirft ethische, rechtliche und soziale Fragen auf und fordert teils bestehende Wertvorstellungen heraus. Aufgabe innovationsorientierter Forschungspolitik ist es, derartige zukunftsrelevante Fragen frühzeitig zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie die Zusammenarbeit von relevanten Interessengruppen zu stärken.
Das Ziel des Verbundes EmGAI ist die Untersuchung der weitreichenden Herausforderungen von generativer KI bezogen auf die Bewertung des Wissens sowie der Auswirkungen auf Gesellschaft, Bioethik und Recht. Beleuchtet werden unterschiedliche Fragen aus den Bereichen: Wie verändert generative KI grundlegende Abläufe in Medizin, Forschung und Ausbildung – besonders im Hinblick auf Wissen, Autorität, Verantwortung, Vertrauen und Abhängigkeit? Welche sozialen Auswirkungen hat generative KI beim Einsatz in biomedizinischer Forschung und medizinischer Praxis? Kann sie vielleicht ethische Probleme mildern, lösen oder verschärft sie diese eher? Rechtliche Fragen stellen sich mit zunehmender Autonomie von KI-Anwendungen, z. B. Fragen der Verantwortlichkeit bei deren Einsatz. Anhand der Ergebnisse erarbeitet EmGAI Empfehlungen, wie generative KI verantwortungsvoll in medizinische Kontexte integriert werden kann. Diese sollen Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Politik und Praxis sowie der weiteren Öffentlichkeit Orientierung bieten. In verschiedenen Workshops werden die Ergebnisse der einzelnen Schritte der Teilprojekte zusammengeführt und integriert. In einem internationalen Workshop werden die finalen Ergebnisse disseminiert.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der BMFTR‑Förderrichtlinie zur Förderung von Forschungsprojekten zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten von Zukunftsthemen in den modernen Lebenswissenschaften sowie zur entwicklungsbiologischen Forschung und ihre mögliche Anwendung am Menschen. Ziel der Maßnahme ist es, relevante Fragen, Chancen und Risiken zu Zukunftsthemen fachübergreifend zu analysieren, Diskussionsprozesse wissenschaftlich zu fundieren sowie ethisch-rechtliche Empfehlungen zu deren Handhabung zu erarbeiten.