Teilprojekt eines Verbundes

TU Dresden

Förderkennzeichen: 01GP2502A
Fördersumme: 289.813 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: PD Dr. Rico Hauswald
Adresse: Technische Hochschule Dresden, Philosophische Fakultät, Institut für Philosophie, Professur für Theoretische Philosophie
Helmholtzstr. 10
01069 Dresden

Ziel des Verbundprojektes ist es, die Einbindung generativer künstlicher Intelligenz in medizinische Kontexte aus erkenntnistheoretischer, soziologischer, bioethischer und rechtswissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen. Der Schwerpunkt des an der TU Dresden angesiedelten erkenntnistheoretischen Teilvorhabens liegt speziell auf epistemologischen Fragen. Es geht dabei von der Grundannahme aus, dass ein fundierter Diskurs über den verantwortungsvollen Einsatz von generativer KI in der Medizin nur dann sinnvoll geführt werden kann, wenn ihre Natur als genuin epistemische Technologie systematisch reflektiert wird. Das Projekt wird insbesondere drei Anwendungsfelder herausgreifen. Zum einen sollen epistemologische Aspekte des Einsatzes generativer KI in der klinischen Praxis thematisiert werden. Darüber hinaus soll der Einsatz generativer KI in der medizinischen Forschung in wissenschaftstheoretischer Perspektive analysiert werden. Drittens soll die erkenntnistheoretische Dimension des Einsatzes generativer KI in der medizinischen Ausbildung beleuchtet werden. In allen drei Kontexten bietet generative KI signifikante Chancen für die Erzeugung und Vermittlung von medizinischem Wissen und anderen epistemischen Gütern, sie bringt aber auch nicht unerhebliche Risiken mit sich. Das Projekt zielt darauf ab, sowohl diese Chancen als auch die Risiken zu beleuchten und abzuwägen sowie Möglichkeiten des verantwortungsvollen Umgangs mit generativer KI in medizinischen Kontexten zu untersuchen. Ein spezieller Schwerpunkt soll dabei auf der Untersuchung von Parallelen, Unterschieden und Wechselbeziehungen zwischen den genannten Anwendungsfeldern liegen. Konkret sollen diese Zusammenhänge mit den Mitteln der sozialen und normativen Erkenntnistheorie untersucht werden, wobei insbesondere Bezüge zur aktuellen Diskussion zu epistemischer Autorität sowie zur nicht-idealen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie hergestellt werden sollen.