| Förderkennzeichen: | 01GP2508D |
| Fördersumme: | 198.554 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Claudia Bozzaro |
| Adresse: |
Universität Münster, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin Von-Esmarch-Str. 62 48149 Münster |
Teilprojekt(TP)-ziel ist die systematische Analyse der philosophischen, (medizin-)ethischen und gesellschaftlichen Implikationen, die mit der Nutzung affektiver Technologien (AT), die zur Diagnose, Klassifikation und Regulation affektiver Zustände wie Traurigkeit, Angst und Schmerz eingesetzt werden, einhergehen. Wobei dieses TP den Fokus auf den Schmerz legt und auf die Implikationen für die Arzt-Patient-Beziehung sowie für die Praxis des assistierten Suizids. Dafür wird zunächst untersucht, wie in relevanten Disziplinen, affektive Zustände wie den chronischen Schmerz, aber auch der mit diesem einhergehenden Erfahrungen von Trauer, Traurigkeit, Depressivität und normativ relevante Schwellen zwischen gesunden und pathologischen Ausprägungen derselben konzeptualisiert werden. Darauf aufbauend erfolgt die Entwicklung von Hypothesen zu potenziellen Verschiebungen dieser Schwellen durch den Einsatz AT sowie zu den daraus resultierenden Auswirkungen auf den individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit affektiven Zuständen. Diese Hypothesen bilden die Grundlage für die Entwicklung der Leitfragen und der Zukunftsszenarien, die in den empirischen und partizipativen Teilprojekten durchgeführt werden. Abschließend erfolgt in diesem Teilprojekt die systematische Auswertung der Ergebnisse im Hinblick auf die Auswirkungen affektiver Technologien auf die klinische Praxis. Ein besonderer Analyseschwerpunkt liegt auf potenziellen Veränderungen der Arzt-Patient-Beziehung, insbesondere in ethisch und rechtlich sensiblen Handlungsfeldern wie dem assistierten Sterben. Vor dem Hintergrund der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland ist davon auszugehen, dass der Bewertung affektiver Zustände bei Anträgen auf assistierten Suizid eine zentrale Bedeutung zukommt. Insbesondere kann die Einordnung von Zuständen wie Traurigkeit od Depressivität maßgeblich für die Beurteilung der Freiwilligkeit entsprechender Anfragen sein. Die Ergebnisse der Analysen fließen abschließend in die Erarbeitung gemeinsamer Handlungsempfehlungen ein.