Teilprojekt eines Verbundes

Ethik und Koordination

Förderkennzeichen: 01GP2508A
Fördersumme: 344.161 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Orsolya Friedrich
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Forschungsstelle Ethik
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Das übergreifende Ziel besteht darin, die philosophischen, (medizin-)ethischen und gesellschaftlichen Implikationen affektiver Technologien (AT) zu untersuchen, die der Erkennung und Regulierung von Zuständen wie Traurigkeit, Angst und Schmerz dienen. Dazu werden zunächst (in Arbeitspaket AP 1) Konzeptualisierungen affektiver Zustände und normativ relevanter Schwellen zwischen gesunden und pathologischen Ausprägungen in verschiedenen Disziplinen identifiziert, deren mögliche Verschiebung durch den Einsatz von AT beschrieben und die daraus resultierenden Implikationen für den individuellen und gesellschaftlichen Umgang mit affektiven Zuständen analysiert; zugleich leistet das Projekt Beiträge zur Entwicklung von Forschungsfragen für die empirischen Untersuchungen in AP 2 (Identifikation von Herausforderungen im Rahmen der Implementierung von Konzepten affektiver Zustände in AT) und AP 3 (Untersuchung von Perspektiven relevanter Interessengruppen auf den Einsatz von AT) sowie zur Ausarbeitung wünschenswerter und problematischer Zukunftsszenarien in AP 4, bewertet die ethischen und sozialen Herausforderungen von AT (in AP 5 und 6) und erarbeitet schließlich (AP 7) ethisch fundierte Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Technologieentwicklung, klinische Anwendung und Regulierung. Der Projektpartner in Köln ist neben der Koordination zuständig für AP 1 und AP 5. AP1 erarbeitet eine systematische Analyse der fachdisziplinären Konzeptualisierungen affektiver Zustände (z. B. Traurigkeit, Angst, Schmerz) und der normativ relevanten Schwellen zwischen gesunden und pathologischen Ausprägungen, um eine belastbare begriffliche Grundlage für die empirischen und normativen Arbeitspakete zu schaffen. AP 5 untersucht die ethischen und sozialen Herausforderungen des Einsatzes von AT und bewertet deren normative Implikationen, etwa für die individuelle Autonomie und Selbstregulation oder mit Blick auf potenzielle Risiken der Pathologisierung oder Standardisierung affektiver Zustände.