Influenza-A-Viren (IAV) verursachen saisonale Epidemien und haben bereits Pandemien ausgelöst. Da sich diese Viren häufig verändern und somit neue Influenza-A-Subtypen auftreten können, ist die Bewertung der Übertragbarkeit eines neu auftretenden viralen Erregers innerhalb und zwischen zwei Arten wichtig für die Prävention von Ausbrüchen.
Der Verbund ONEMUC zielt darauf ab, die Rolle des Atemwegsschleims (Mukus) als artspezifische Barriere gegen die Übertragung von IAV systematisch zu untersuchen und zu erforschen. Der Schleim der Atemwege stellt den ersten Kontaktpunkt und die erste Barriere für eingeatmete Erreger dar. Dabei ist der Schleim auch Umweltfaktoren wie Pollen, Staub und Abgasen ausgesetzt, die die Eigenschaften des Schleims beeinflussen können. Daher sollen schleimbezogene Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Virusübertragung identifiziert werden. Außerdem soll ein Schnelltestsystem entwickelt werden, um die artspezifische Wirkung der Infektion mit einem neu auftretenden IAV-Stamm zu bewerten. Letztendlich sollen die Ergebnisse die Überwachung der IAV ergänzen und die Prävention von Ausbrüchen unterstützen.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung, und zwar zu der im Programm veröffentlichten Förderrichtlinie des BMFTR zur Förderung von trans- und interdisziplinären Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One‑Health-Ansatzes“. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu verbessern und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sowie mit der Praxis zu stärken. Die Verbünde sollen in der Praxis anwendbare Lösungen zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen mit unterschiedlichen Erregern und AMR in Deutschland entwickeln.