Teilprojekt eines Verbundes

Charakterisierung von humanem Mukus und seinen Wechselwirkungen mit dem Influenza A-Virus

Förderkennzeichen: 01KI2511D
Fördersumme: 619.495 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Dr. Julia Gräber-Dürr
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie/Immunologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Influenza A-Viren (IAV) verursachen jedes Jahr Grippewellen und können durch ihre Verbreitung in Wild- und Nutztieren neue Varianten bilden, die Auslöser weltweiter Pandemien sein können. Besonders gefährlich sind hochpathogene Vogelgrippeviren wie H5N1, die sich zuletzt stark in Tierpopulationen verbreitet haben. Damit ein Virus den Menschen infizieren kann, muss es verschiedene Barrieren überwinden – eine davon ist der Schleim, der die Atemwege schützt, indem er Krankheitserreger abfängt und mithilfe von Flimmerhärchen aus dem Körper entfernt. Enthaltene Zuckermoleküle können Viren zusätzlich täuschen und ihre Bindung an Zellen verhindern. Umweltbelastungen wie Feinstaub oder Ozon können diese Schutzfunktion schwächen und das Infektionsrisiko erhöhen. Im Verbundprojekt ONEMUC wird untersucht, wie Atemwegsschleim die Übertragung von Influenza-A-Viren zwischen Menschen und Tieren beeinflusst. Dazu werden Schleimproben von Menschen, Vögeln, Schweinen und Frettchen gesammelt und ihre physikalischen und biochemischen Eigenschaften analysiert. Ziel ist es, Risikofaktoren zu identifizieren, die die Virusübertragung erleichtern, und ein Schnelltestsystem zu entwickeln, das die Anpassung neuer Virusvarianten an den Schleim verschiedener Wirte bewertet. An der Charité – Universitätsmedizin Berlin liegt der Fokus auf der Sammlung und umfassenden Charakterisierung nativer humaner Atemwegsproben sowie auf der Etablierung und Nutzung hochdifferenzierter primärer Atemwegsepithelzellkulturen. Damit sollen die biophysikalischen Eigenschaften des humanen Schleims, seine Veränderungen durch Umweltbelastungen und die Interaktionen mit Influenzaviren untersucht werden. Die Ergebnisse sollen neue Erkenntnisse über die Virus-Schleim-Interaktion liefern und langfristig zur Entwicklung von Strategien zur Prävention und Therapie von Grippeinfektionen beitragen.