Die wachsende Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) birgt erhebliche Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier. Der exponentielle Anstieg des Antibiotikaeinsatzes, gepaart mit dem Mangel an neuartigen Antibiotika, verschärft die Bedrohung durch neu auftretende Krankheitserreger.
Der Verbund TrophicHealth zielt darauf ab, die Ausbreitung zoonotischer Krankheitserreger und Resistenzen gegen antimikrobielle Substanzen durch Ausbringung organischer Dünger aus der Viehhaltung zu erforschen. Dabei wird untersucht, wie Erreger und Resistenzen vom Viehbestand in die Umwelt und zurück gelangen. Die zentrale Frage ist, ob und wie die Resilienz von Ökosystemen diesen Kreislauf unterbrechen kann und welche Auswirkungen dies auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie auf das gesamte Ökosystem hat. Dazu werden umfangreiche Feldstudien an unterschiedlichen Stellen der zirkulären Landwirtschaft und der Nahrungskette durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse durch Experimente im Labormaßstab überprüft. Auf Basis der Ergebnisse werden Hypothesen zur potenziellen Ausbreitung von AMR und Krankheitserregern sowie Maßnahmen zu deren Eindämmung formuliert.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung, und zwar zu der im Programm veröffentlichten Förderrichtlinie des BMFTR zur Förderung von trans- und interdisziplinären Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One‑Health-Ansatzes“. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu verbessern und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sowie mit der Praxis zu stärken. Die Verbünde sollen in der Praxis anwendbare Lösungen zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen mit unterschiedlichen Erregern und AMR in Deutschland entwickeln.