Teilprojekt eines Verbundes

Biophysikalische und biochemische Charakterisierung von Mukus und seine Rolle bei der Virusübertragung unter unterschiedlichen Umweltbedingungen

Förderkennzeichen: 01KI2511A
Fördersumme: 1.408.302 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Dr. Christian Sieben
Adresse: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH, Forschungsgruppe Nanoinfektionsbiologie
Inhoffstr. 7
38124 Braunschweig

Der Schleim der Atemwege bildet die erste Abwehrlinie gegen Krankheitserreger in der Luft, ist jedoch zugleich vielfältigen Umweltfaktoren ausgesetzt. Eingebettet in einen One Health-Ansatz untersucht das Verbundprojekt ONEMUC die Rolle des Schleims als artspezifische Barriere bei der Übertragung zoonotischer Influenza A Viren (IAV) sowie den Einfluss von Umweltfaktoren auf seine Schutzfunktion. Da sich Viren fortlaufend weiterentwickeln, können adaptive Veränderungen ihre Fähigkeit, Schleimbarrieren zu überwinden, modulieren und damit das Risiko einer Übertragung zwischen verschiedenen Wirtsarten beeinflussen. Gleichzeitig wirken Umweltbedingungen wie Klima, Luftqualität oder anthropogene Schadstoffe direkt auf die Atemwege. Diese Faktoren können Zusammensetzung, Struktur und Reinigungsfunktion des Schleims verändern und dadurch seine Barriereeigenschaften schwächen. Eine beeinträchtigte Schleimbarriere kann die Schwelle für das Eindringen und die Infektion durch Viren senken und somit das Risiko einer zoonotischen Übertragung erhöhen. Das HZI ist an den Teilprojekten 2, 3 und 4 beteiligt. In TP2 steht die biophysikalische und biochemische Charakterisierung des Mukus verschiedener humaner und tierischer Spender im Vordergrund, insbesondere die Analyse der Virus-Mukus-Interaktionen und der Mechanismen, die eine effiziente Penetration der Viren ermöglichen. In TP3 werden diese Eigenschaften und individuelle Umweltfaktoren im Labor nachgestellt, um deren Einfluss auf Virusstabilität und Übertragung experimentell zu testen. In TP4 schließlich werden Daten generiert, die zur Identifizierung relevanter Risikofaktoren beitragen und die Entwicklung einer Schnelltestplattform unterstützen sollen.