Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein zoonotisches Virus, welches durch Stechmücken auf den Menschen übertragen wird. Die Infektionen beim Menschen verlaufen überwiegend klinisch unauffällig. Etwa 20 % der Infizierten entwickeln fieberhafte, grippeähnliche Symptome. Diese führen bei etwa jeder 100. dieser Personen zu einer neurologischen Erkrankung, die bei Älteren und Menschen mit einer Immunschwäche auch zum Tod führen kann.
Der Verbund zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen Stechmücken, Vögeln Infektionsraten beim Menschen, Landbedeckung und Klimaveränderung in Berlin zu untersuchen. Als Metropolregion gilt Berlin als Risikogebiet, da Effekte der städtischen Wärmeinseln mit häufigeren Hitzetagen und tropischen Nächten die Virusvermehrung in Stechmücken begünstigen. Die Partner des Verbundes werden hochauflösende Risikokarten von Berlin erstellen und naturbasierte Interventionen testen, um Strategien zur effektiven Bekämpfung von WNV zu etablieren, die in andere Regionen übertragen werden können.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung, und zwar zu der im Programm veröffentlichten Förderrichtlinie des BMFTR zur Förderung von trans- und interdisziplinären Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One-Health-Ansatzes“. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu verbessern und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sowie mit der Praxis zu stärken. Die Verbünde sollen in der Praxis anwendbare Lösungen zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen mit unterschiedlichen Erregern und AMR in Deutschland entwickeln.