Verbund

PAINCODE - Entschlüsselung des neuronalen Codes prädiktiver Dysfunktion bei chronischem Schmerz und Angst bei Mensch und Maus

Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.

Bis zu 50 Prozent der Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, sind zusätzlich von Angststörungen betroffen. Ziel des Verbunds PAINCODE ist die systematische und speziesübergreifende Untersuchung der neurobiologischen Mechanismen, die chronischem Schmerz und dem gleichzeitigen Auftreten von Angststörungen zugrunde liegen. Dies erfolgt anhand von klinischen Vergleichsstudien zwischen Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie und gesunden Kontrollpersonen, Untersuchungen im Mausmodell sowie computergestützten Modellierungen.

Der Verbund PAINCODE ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst je eine Forschungsgruppe aus Deutschland, Frankreich, Israel und Australien. Der deutsche Projektpartner untersucht, wie sich die Aktivität neuronaler Netzwerke unter chronischen Schmerzbedingungen verändert und inwieweit eine gezielte Beeinflussung dieser Netzwerke im Mausmodell zu einer Veränderung schmerz- und angstbezogener Verhaltensweisen führt. Langfristig soll die Identifikation charakteristischer Aktivitätsmuster neuronaler Netzwerke und zugehöriger Biomarker zur Entwicklung personalisierter Diagnostik- und Therapieverfahren beitragen.

Teilprojekte

Entschlüsselung des neuronalen Codes prädiktiver Dysfunktion bei chronischem Schmerz und Angst bei Mensch und Maus

Förderkennzeichen: 01EW2607
Gesamte Fördersumme: 353.415 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Sebastian Wieland
Adresse: Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie
Thibautstraße 4
69115 Heidelberg

Entschlüsselung des neuronalen Codes prädiktiver Dysfunktion bei chronischem Schmerz und Angst bei Mensch und Maus

Das internationale Verbundprojekt PAINCODE untersucht die neurobiologischen Mechanismen, die chronischen Schmerzen und deren häufige Komorbidität mit Angststörungen zugrunde liegen. Chronische Schmerzen betreffen etwa 20% der Bevölkerung, wobei bis zu 50% der Betroffenen zusätzlich unter Angststörungen leiden – mit erheblicher Krankheitslast für Betroffene und Gesundheitssystem. Ein zentraler Ansatz ist die Annahme, dass beiden Erkrankungen gestörte Vorhersageprozesse im Gehirn zugrunde liegen: Das Gehirn entwickelt übermäßig stabile, bedrohungsbezogene Erwartungen, die sich trotz neuer Erfahrungen nur unzureichend anpassen und so zur Aufrechterhaltung von Schmerz und Angst beitragen. Durch die Integration harmonisierter Tiermodelle, klinischer Humanstudien und computergestützter Modellierungsansätze sollen diese Mechanismen systematisch untersucht werden. Ziel des deutschen Teilvorhabens ist die Identifikation und kausale Untersuchung neuronaler Netzwerke, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen und komorbider Angst beteiligt sind. Es wird untersucht, wie sich die Aktivität dieser Netzwerke unter chronischen Schmerzbedingungen verändert und wie daraus stabile, krankheitsrelevante Verarbeitungsmuster entstehen. Darüber hinaus wird geprüft, inwieweit eine gezielte Modulation dieser Netzwerke zu einer Veränderung schmerz- und angstbezogener Verhaltensweisen führt. Langfristig sollen robuste Biomarker zur Identifikation von Risikoprofilen sowie Ansatzpunkte für personalisierte Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt werden.