| Förderkennzeichen: | 01EW2607 |
| Fördersumme: | 353.415 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Dr. Sebastian Wieland |
| Adresse: |
Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie Thibautstraße 4 69115 Heidelberg |
Das internationale Verbundprojekt PAINCODE untersucht die neurobiologischen Mechanismen, die chronischen Schmerzen und deren häufige Komorbidität mit Angststörungen zugrunde liegen. Chronische Schmerzen betreffen etwa 20% der Bevölkerung, wobei bis zu 50% der Betroffenen zusätzlich unter Angststörungen leiden – mit erheblicher Krankheitslast für Betroffene und Gesundheitssystem. Ein zentraler Ansatz ist die Annahme, dass beiden Erkrankungen gestörte Vorhersageprozesse im Gehirn zugrunde liegen: Das Gehirn entwickelt übermäßig stabile, bedrohungsbezogene Erwartungen, die sich trotz neuer Erfahrungen nur unzureichend anpassen und so zur Aufrechterhaltung von Schmerz und Angst beitragen. Durch die Integration harmonisierter Tiermodelle, klinischer Humanstudien und computergestützter Modellierungsansätze sollen diese Mechanismen systematisch untersucht werden. Ziel des deutschen Teilvorhabens ist die Identifikation und kausale Untersuchung neuronaler Netzwerke, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen und komorbider Angst beteiligt sind. Es wird untersucht, wie sich die Aktivität dieser Netzwerke unter chronischen Schmerzbedingungen verändert und wie daraus stabile, krankheitsrelevante Verarbeitungsmuster entstehen. Darüber hinaus wird geprüft, inwieweit eine gezielte Modulation dieser Netzwerke zu einer Veränderung schmerz- und angstbezogener Verhaltensweisen führt. Langfristig sollen robuste Biomarker zur Identifikation von Risikoprofilen sowie Ansatzpunkte für personalisierte Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt werden.