Schätzungsweise jeder fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.
Frühkindliche Verletzungen oder Stress erhöhen das Risiko für die spätere Entwicklung chronischer Schmerzen, doch die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen sind unzureichend geklärt. Die den Darm besiedelnden Mikroorganismen, das Mikrobiom, gilt als zentraler Regulator der Immunreifung und der neuronalen Funktion. Der Verbund SUSEBERI untersucht deshalb, ob frühkindliche Belastungen (wie z.B. chirurgische Eingriffe, Infektionen oder Stress) langfristige Veränderungen des Mikrobiom verursachen und ob diese Veränderungen die Schmerzanfälligkeit langfristig erhöhen können.
Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA‑NET NEURON und umfasst je eine Forschungsgruppe aus Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und Rumänien. Der deutsche Projektpartner untersucht die Veränderungen im Mikrobiom im Tiermodell und bei Patienten und Patientinnen mithilfe von hochauflösenden Messungen. Darüber hinaus sollen neue Methoden zur Untersuchung des Mikrobiom etabliert werden. Die Ergebnisse könnten langfristig helfen eine verbesserte personalisierte Therapie bei chronischen Schmerzen zu entwickeln.