Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.
Chronischer neuropathischer Schmerz stellt weiterhin eine große medizinische Herausforderung dar. Ziel des Vorhabens H-Passion ist daher die Aufklärung molekularer und funktioneller Mechanismen neuropathischer Schmerzen. Hierzu werden Nervenzellen von gesunden Probandinnen und Probanden mit denen von Patientinnen und Patienten mit durch diabetische Neuropathie verursachten chronischen Schmerzen verglichen. Durch die Integration klinischer, präklinischer und datenbasierter Ansätze wird eine Verknüpfung von molekularen Signaturen und funktionellen Eigenschaften ermöglicht.
H-Passion ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine aus Frankreich und Großbritannien. Der deutsche Projektpartner fokussiert sich auf die Erstellung und Integration elektrophysiologischer und genetischer Einzelzelldaten. Alle generierten Daten werden in einem öffentlich zugänglichen, durchsuchbaren Referenzatlas zusammengeführt. Langfristig bildet dieser eine Grundlage für die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und gezielter Therapieansätze für neuropathische Schmerzen.