Verbund

H-Passion - Multimodaler Schmerzatlas humaner sensorischer Neuronen zur funktionellen und molekularen Charakterisierung neuropathischer Schmerzmechanismen

Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.

Chronischer neuropathischer Schmerz stellt weiterhin eine große medizinische Herausforderung dar. Ziel des Vorhabens H-Passion ist daher die Aufklärung molekularer und funktioneller Mechanismen neuropathischer Schmerzen. Hierzu werden Nervenzellen von gesunden Probandinnen und Probanden mit denen von Patientinnen und Patienten mit durch diabetische Neuropathie verursachten chronischen Schmerzen verglichen. Durch die Integration klinischer, präklinischer und datenbasierter Ansätze wird eine Verknüpfung von molekularen Signaturen und funktionellen Eigenschaften ermöglicht.

H-Passion ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine aus Frankreich und Großbritannien. Der deutsche Projektpartner fokussiert sich auf die Erstellung und Integration elektrophysiologischer und genetischer Einzelzelldaten. Alle generierten Daten werden in einem öffentlich zugänglichen, durchsuchbaren Referenzatlas zusammengeführt. Langfristig bildet dieser eine Grundlage für die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und gezielter Therapieansätze für neuropathische Schmerzen.

Teilprojekte

Multimodaler Schmerzatlas humaner sensorischer Neuronen zur funktionellen und molekularen Charakterisierung neuropathischer Schmerzmechanismen

Förderkennzeichen: 01EW2606
Gesamte Fördersumme: 359.642 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Jannis Körner
Adresse: RWTH Aachen University, Universitätsklinikum, Institut für Neurophysiologie
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen

Multimodaler Schmerzatlas humaner sensorischer Neuronen zur funktionellen und molekularen Charakterisierung neuropathischer Schmerzmechanismen

Chronischer neuropathischer Schmerz stellt trotz intensiver Forschung weiterhin eine große medizinische Herausforderung dar, insbesondere aufgrund der begrenzten Übertragbarkeit tierexperimenteller Modelle auf den Menschen. Ziel des Vorhabens ist daher die Aufklärung human-spezifischer molekularer und funktioneller Mechanismen neuropathischer Schmerzen auf Ebene peripherer sensorischer Neuronen. Hierzu wird im Rahmen eines internationalen Verbundes ein multimodaler Referenzatlas humaner Dorsalwurzelganglien (DRG) aus gesunden Spendern und Patienten mit diabetischer Neuropathie erstellt. Der deutsche Projektteil fokussiert auf die Erstellung und Integration elektrophysiologischer und transkriptioneller Einzelzelldaten mittels Patch-seq sowie Einzelzell-Long-Read-Sequenzierung. Durch die Kombination dieser komplementären Ansätze werden erstmals molekular definierte neuronale Subtypen funktionell charakterisiert und die Genexpression funktionell beschriebener Fasertypen systematisch analysiert. Dadurch wird eine direkte Verknüpfung von molekularen Signaturen und funktionellen Eigenschaften ermöglicht. Zudem werden schmerzassoziierte Transkriptisoformen und Spleißvarianten identifiziert. Die Ergebnisse werden durch in vivo elektrophysiologische Untersuchungen validiert. Alle Daten werden in einem öffentlich zugänglichen, durchsuchbaren Referenzatlas zusammengeführt und bilden eine Grundlage für die Entwicklung neuer diagnostischer Marker und therapeutischer Zielstrukturen für neuropathische Schmerzen.