Verbund

RESOLVE - Stammzellabgeleitete extrazelluläre Vesikel als neuartige Instrumente zur inflammatorischen Rekalibrierung und Auflösung chronischer Schmerzen

Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.

Chronische neuropathische Schmerzen sind häufig therapieresistent, die zugrunde liegenden Mechanismen komplex. Der Verbund RESOLVE untersucht die Rolle von entzündlichen Prozessen bei neuropathischen Schmerzen. Der Fokus der Untersuchungen liegt dabei auf einem speziellen Signalweg, dem NF-κB-Signalweg, der für entzündliche Prozesse wichtig ist. Ziel des Konsortiums ist es einen neuen Therapieansatz zu entwickeln, bei dem kleine Zellkapseln gefüllt mit Proteinen, RNA und Lipiden, sogenannte extrazelluläre Vesikel, genutzt werden, um den Signalweg gezielt zu beeinflussen.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA‑NET NEURON und umfasst je eine Forschungsgruppe aus Deutschland, Großbritannien, Kroatien, Litauen und Rumänien. Der deutsche Projektpartner untersucht NF-κB-abhängige Signalwege in Tiermodellen und menschlichen Blutzellen und testet, ob bestimmte Vesikel bei neuropathischen Schmerzen lindernd wirken können. Das langfristige Ziel ist, den Ansatz in die klinische Praxis zu überführen.

Teilprojekte

Stammzellabgeleitete extrazelluläre Vesikel als neuartige Instrumente zur inflammatorischen Rekalibrierung und Auflösung chronischer Schmerzen

Förderkennzeichen: 01EW2608
Gesamte Fördersumme: 349.401 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Dr. Fabian Szepanowski
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Neurologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Stammzellabgeleitete extrazelluläre Vesikel als neuartige Instrumente zur inflammatorischen Rekalibrierung und Auflösung chronischer Schmerzen

Chronische neuropathische Schmerzen betreffen einen großen Teil der Bevölkerung und sind häufig mit anhaltenden Entzündungsprozessen im Nervensystem verbunden. Trotz verfügbarer Therapien besteht ein erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf, da die zugrunde liegenden neuroimmunologischen Mechanismen bislang nur unzureichend therapeutisch adressiert werden. Ziel des Verbundprojekts ist es, das therapeutische Potenzial mesenchymaler stromazell-abgeleiteter extrazellulärer Vesikel (MSC-EVs) als neuartige, zellfreie immunmodulatorische Therapieoption für neuropathische Schmerzen systematisch zu untersuchen. Der Fokus liegt auf der Analyse entzündungsassoziierter Signalwege, insbesondere der NF-¿B-abhängigen Signaltransduktion, die eine zentrale Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzsyndrome spielt. Hierzu werden komplementäre präklinische Modelle neuropathischer Erkrankungen eingesetzt, die sowohl chemisch induzierte als auch immunvermittelte Mechanismen abbilden. Die Wirkung von MSC-EVs auf Schmerzverhalten, Nervenfunktion, Entzündungsprozesse und Regenerationsmechanismen wird mittels verhaltensbiologischer, elektrophysiologischer, histologischer und molekularbiologischer Methoden untersucht. Ergänzend kommen moderne Transkriptom- und Proteomanalysen zum Einsatz, um krankheitsrelevante Signalwege sowie potenzielle Biomarker zu identifizieren. Die im Verbund gewonnenen präklinischen Daten werden mit klinischen Biomarkeranalysen aus Patientenkohorten mit immunvermittelten Neuropathien integriert. Ziel ist es, krankheitsübergreifende Wirkmechanismen von MSC-EVs zu identifizieren und die Grundlage für eine spätere klinische Entwicklung dieser innovativen Therapieansätze zu schaffen.