Verbund

VASC-in-PAIN - Aufklärung des vaskulären Beitrags zu chemotherapiebedingten neuropathischen Schmerzen für die Therapie

Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.

Krebserkrankungen und Chemotherapie können eine Ursache für chronische Schmerzen sein. Einen möglichen Ansatzpunkt für Therapien bietet die Barriere zwischen den Blutgefäßen und dem Gehirn und Rückenmark. Um diese Barriere zu steuern, findet in beide Richtungen Kommunikation statt. Der Verbund VASC-in-PAIN baut auf erste Ergebnisse auf, die zeigen, dass Nervenschmerzen zu einer lokalen Öffnung der Barriere zwischen den Blutgefäßen und dem Rückenmark führen können. Deshalb soll das Zusammenspiel zwischen Gefäß- und Nervensystem im Kontext von chemotherapie- und krebsbedingten Schmerzen untersucht werden.

VASC-in-PAIN ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungsgruppe aus Deutschland, zwei aus Frankreich und eine aus Italien. Der deutsche Partner erforscht die Mechanismen, die zu chemotherapie- und krebsbedingten Schmerzen führen. Zudem wird im Tiermodel untersucht, welche Wirkung ein gefäßerweiterndes Medikament auf die Barriere zwischen den Blutgefäßen und dem Gehirn und Rückenmark hat und wie dies die Schmerzempfindlichkeit beeinflusst. Langfristig sollen die Ergebnisse zu einem neuen Therapieansatz für chemotherapie- und krebsbedingte Schmerzen führen.

Teilprojekte

Aufklärung des vaskulären Beitrags zu chemotherapiebedingten neuropathischen Schmerzen für die Therapie

Förderkennzeichen: 01EW2603
Gesamte Fördersumme: 360.000 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Carmen Ruiz de Almodóvar
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Universitätsklinikum, Neurovaskuläre Zellbiologie
Venusberg-Campus 1
53127 Bonn

Aufklärung des vaskulären Beitrags zu chemotherapiebedingten neuropathischen Schmerzen für die Therapie

Dieses Projekt entspricht den Hauptzielen und strategischen Säulen des ERA-NET NEURON. Es wird zu einem besseren Verständnis der zellulären und molekularen Mechanismen von durch Chemotherapie verursachten neuropathischen Schmerzen beitragen und damit neue Strategien für die Entwicklung von Heilungs- oder Präventionsbehandlungen liefern. Das Projekt hat das wissenschaftliche Ziel zu charakterisieren, in welcher Form vaskuläre Dysfunktionen bei Oxaliplatin-induzierten Schmerzen eine Rolle spielen und Vasodilatatoren, d. h. Medikamente zur Erweiterung der Blutgefäße, als mögliche Behandlungsstrategie zu untersuchen. Trotz der grundlegenden und entscheidenden Bedeutung des Gefäßsystems und seiner spezifischen Eigenschaften im zentralen Nervensystem ist es überraschend, dass nur sehr wenig über die molekularen Mechanismen bekannt ist, die die Gefäßbildung im zentralen Nervensystem (ZNS) spezifisch steuern. Es konnte gezeigt werden, dass neurovaskuläre Kommunikation bidirektional ist. Diese Art der Kommunikation ist sehr wichtig für die Regulierung der Eigenschaften der Blut-Hirn-Schranke (BHS). Die potenziellen Auswirkungen und die genauen molekularen Mechanismen der Kommunikation zwischen Gefäß- und Nervenzellen sind jedoch noch weitgehend unerforscht. Dies ist auch in der Peripherie der Fall, wo periphere Neuronen ebenfalls mit Blutgefäßen kommunizieren. Die bisher unveröffentlichten Arbeiten haben gezeigt, dass schmerzinduzierte Neuropathie zu einer lokalen Öffnung der Blut-Rückenmark-Schranke führt und dass dies für die Modulation der Schmerzempfindlichkeit wichtig ist. In diesem Projekt soll diese Wissenslücke geschlossen werden. Ergebnisse der französischen Partnerin dieses Konsortiums zeigen, dass man durch gezielte Vasodilatation durch Chemotherapie verursachte Schmerzen modulieren kann (unveröffentlicht). Hier sollen die zellulären und molekularen Mechanismen eines solchen Effekts charakterisiert werden.