Schätzungsweise jeder Fünfte weltweit leidet an chronischen Schmerzen. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität, das Alltags- sowie Berufsleben und belasten das Gesundheitssystem stark. Trotz ihrer Häufigkeit sind die Ursachen und Mechanismen chronischer Schmerzen noch nicht vollständig verstanden, was oft zu unzureichender Diagnose und Behandlung führt. Da Schmerz ein komplexes, individuelles Erlebnis ist, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst, sind interdisziplinäre Ansätze notwendig, um die vielfältigen Ursachen und Mechanismen besser zu verstehen und zu behandeln.
Chronische Schmerzen wirken sich bei jedem Menschen ganz individuell im Gehirn aus. Der Verbund NeuroPain verfolgt daher das Ziel, von herkömmlichen „One-size-fits-all“-Behandlungen abzurücken und stattdessen maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln. Das Projekt nutzt funktionelle Bildgebung, um bei jeder Patientin und jedem Patienten die entsprechenden Zielregionen im Gehirn zu finden. Diese Areale werden dann mit hochpräzisem, nicht-invasivem Ultraschall gezielt stimuliert, um die Schmerzen zu lindern. So soll die Wirksamkeit eines personalisierten, nicht‑invasiven Ansatzes bei chronischen Schmerzen untersucht werden.
NeuroPain ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks ERA-NET NEURON und umfasst zwei Forschungsgruppen aus Deutschland, zwei aus Großbritannien und eine aus der Slowakei. Die deutschen Partner konzentrieren sich auf die zielgenaue Eingrenzung der Hirnregionen mittels hochauflösender Bildgebung und auf die technische Umsetzung der Ultraschall‑Behandlung. Langfristig soll dies zu einem neuen, gezielten Therapieansatz für chronische Schmerzen führen.