Teilprojekt eines Verbundes

WNV-Surveillance in Menschen an Orten mit WNV-infizierten Mücken und Vögeln

Förderkennzeichen: 01KI2514F
Fördersumme: 558.246 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Dr. Maja George
Adresse: Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Gesundheitsamt, FB Hygiene und Umweltmedizin
Robert-Lück-Str. 5
12169 Berlin

Das West-Nil-Virus (WNV) ist ein durch Stechmücken übertragener Erreger, der beim Menschen sowohl milde als auch schwere Krankheitsverläufe verursachen kann. In den Bezirken Steglitz-Zehlendorf (SZ) und Tempelhof-Schöneberg (TS) von Berlin wurden in den vergangenen Jahren vereinzelte Fälle von WNV-Infektionen festgestellt, die sich autochton, das heißt in den Bezirken infiziert hatten. In beiden Bezirken gibt es viele Grünflächen (bis zu 25% Fläche), sowie bedeutende Gewässer, die geeignete Lebensräume für Vögel und Mücken sind. Zudem leben in den Bezirken Personen, die älter als 65 Jahre alt und damit besonders gefährdet sind, schwer an einer WNV-Infektion zu erkranken. Ziel des Teilprojektes ist es zu untersuchen, ob Menschen, die in Steglitz-Zehlendorf und in Tempelhof-Schöneberg wohnen über Mücken mit WNV infiziert wurden. Hierfür wird Bewohnern der Bezirke eine Testung auf WNV-Antikörper und -Viren angeboten. Dazu werden zum einen alle Hausärzte über West-Nil-Fieber informiert, wobei Patientinnen und Patienten mit leichten WNV-Symptomen eine Testung auf WNV angeboten wird. Zusätzlich wird Gärtnern und Kleingartenbesitzern eine saisonale Testung auf WNV und bei Symptomen eine Testung auf Viren und Antikörper angeboten. Daten von Tieren und Menschen werden genutzt, um gemeinsam im Verbund Risikokarten zu entwickeln, zusammen mit einem geografisch und saisonal abgestuften Maßnahmenkatalog. Dieser wird für alle lokalen Gesundheitsämter in Berlin sowie in Deutschland anwendbar sein. Im Falle eines Ausbruchs ermöglicht die enge Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und Labor-Experten eine schnelle Reaktion, indem potenzielle Hotspots für Übertragungen von WNV durch Vergleiche von WNV-Gensequenzen aus Menschen-, Mücken- und Tierproben bestimmt werden.