| Förderkennzeichen: | 01KI2514D |
| Fördersumme: | 292.070 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2030 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Ulrike Beisel |
| Adresse: |
Freie Universität Berlin, Fachbereich Geowissenschaften, Institut für Geographische Wissenschaften Malteserstr. 74 - 100 12249 Berlin |
Der Verbund zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen Stechmücken als West-Nil-Virus (WNV) Vektoren, Vögeln als Amplifikationswirten, Infektionsraten beim Menschen, Landbedeckung und Klimaveränderungen in feinen zeitlichen und räumlichen Rastern zu verstehen. Das Projekt wird hochauflösende Risikokarten erstellen und naturbasierte Interventionen testen, um Strategien zur effektiven Bekämpfung von WNV zu etablieren und in andere WNV-endemische Regionen übertragen zu können. Es sollen bisher fehlende Daten erhoben werden, um Zusammenhänge der WNV-Ökologie besser zu verstehen, um Interventions- und Präventionsmaßnahmen zusammen mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) vorzubereiten. Das Teilprojekt konzentriert sich auf die sozialen und sozio-ökologischen Faktoren der Krankheitsübertragung bei einem Ausbruch von WNV. Es analysiert soziale und kommunikative Faktoren bei der Wahrnehmung von Krankheitsrisiken sowie Praktiken im Zusammenhang mit Krankheitsprävention, Behandlung und Mückenbekämpfung. Erstens analysiert das Projekt, wie die Öffentlichkeit derzeit das Risiko von WNV in Berlin wahrnimmt, und untersucht bestehende Praktiken zur Bekämpfung von Mücken und Schädlingen. In einem zweiten Schritt wird dies vertieft, indem das Projekt sich auf derzeitige Übertragungs-Hotspots und damit auf Menschen konzentriert, die bereits von WNV in Berlin betroffen sind – entweder als Patientinnen und Patienten selbst oder als Menschen, die in der Nähe von Patientinnen und Patienten in aufkommenden Krankheitsherden in der Stadt leben. Das Ziel ist die Erfassung von Krankheitserfahrung und wahrgenommenem Expositionsrisiko. Es werden partizipative Methoden angewendet, um Brutstätten sowie Begegnungsorte zwischen Menschen, Mücken und Vögeln zu kartieren und Karten der Exposition und des potenziellen Krankheitsrisikos zu erstellen. Das Ziel ist, eine Kommunikations- und öffentliche Beteiligungsstrategie im Hinblick auf WNV-Ausbrüche in städtischen Gebieten zu entwickeln.