Verbund

PERMA - Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl

Ziel des Verbundprojektes ist es, die Herkunft der Kontamination von Shigatoxin-bildende E. coli (STEC) -Stämmen in Mehl und Mehlprodukten in Deutschland zu untersuchen. Dafür soll die unmittelbare fäkale Kontamination von Mehlprodukten nachvollzogen und die relative Persistenz und Umweltstabilität dieser Stämme bestimmt werden. Im Verbundprojekt soll die Transmissionskette auf zwei Versuchsgütern nachvollzogen und die relative Persistenz und Umweltstabilität von STEC-Stämmen bestimmt werden (Teilprojekt 1, TP1). Die Kontamination der Getreidepflanzen und -körner, der Übertrag bei der Vermahlung und das Überleben von STEC in Mehl werden in TP2 untersucht. Die Rollen des Bodenmikrobioms und der unterschiedlichen Bodencharakteristika für die Umweltpersistenz der Erreger sind Gegenstand der Arbeiten in TP3. Im TP 4 werden die genetischen und metabolischen Eigenschaften der neuartigen, mehlassoziierten Stämme bestimmt und mit denen von Isolaten aus Rindern, Wildtieren, Lebensmitteln und Menschen hinsichtlich Virulenz- und Resistenzgenen sowie Umweltstabilität und Marker für Persistenz verglichen.

Teilprojekte

Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl

Förderkennzeichen: 01KI2603A
Gesamte Fördersumme: 233.103 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Michaela Projahn
Adresse: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin

Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl

Mehl- und Mehlprodukte in Deutschland sind nachweislich mit Shigatoxin-bildende E. coli (STEC) kontaminiert. Über mögliche Eintragswege in das Endprodukt, d. h. den Austrag auf das Getreidefeld (z. B. über Gülle oder Wildtierkot) oder das Persistieren der Keime in dieser spezifischen Umwelt, kann bislang nur spekuliert werden. Daher beschäftigt sich dieses Vorhaben mit dem Nachweis möglicher Eintragsrouten, der Persistenz und der Umweltstabilität von pathogenen und antibiotikaresistenten E. coli (ABE) in das Ökosystem des Getreidefeldes. STEC sind in kontaminierten Lebensmitteln meist nur in geringen Keimzahlen zu finden. Aufgrund der niedrigen Infektionsdosis sind diese Konzentrationen jedoch ausreichend für eine mögliche humane Infektion. Es wird davon ausgegangen, dass auch verschiedene Proben aus der Getreidefeldumgebung nur geringe Keimgehalte von STEC aufweisen, was eine Bestimmung der Eintragswege erschwert. Daher werden die geplanten Proben auch auf pathogene E. coli im Allgemeinem und auf ABE untersucht. ABE dienen auch als Stellvertreterkeime. Durch die Anwendung von Antibiotikahaltigen Selektivmedien wird die Erfolgswahrscheinlichkeit der Aufdeckung von Eintragswegen deutlich erhöht. Der molekularbiologische Nachweis von Eintrags- oder Transmissionsereignissen mittels Ganzgenomsequenzierung ist für STEC und andere E. coli identisch. Die im Rahmen des Vorhabens generierten Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Konkretisierung der Risikobewertung für STEC in Mehl, der Kommunikation mit dem ÖGD und den relevanten Verbänden sowie für die Umsetzung möglicher Interventionsmaßnahmen zum Schutz der Verbraucher und Verbraucherinnen.

Prävalenz und Tenazität von pathogenen und antibiotikaresistenten Escherichia coli auf Getreidepflanzen und deren Verteilung in unterschiedlichen Mahlfraktionen

Förderkennzeichen: 01KI2603B
Gesamte Fördersumme: 218.815 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Jan Kabisch
Adresse: Max Rubner-Institut Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie
Hermann-Weigmann-Str. 1
24103 Kiel

Prävalenz und Tenazität von pathogenen und antibiotikaresistenten Escherichia coli auf Getreidepflanzen und deren Verteilung in unterschiedlichen Mahlfraktionen

Das Verbundprojekt PERMA untersucht das Vorkommen und die Persistenz von pathogenen und antibiotikaresistenten E. coli bei Getreide und Mehl. Hierfür werden die Getreidepflanzen von der Saat bis zur Ernte in unterschiedlichen Wachstumsphasen über zwei Vegetationsperioden untersucht. Beide Versuchsgüter bieten den Vorteil, dass sie sich nicht nur aufgrund der geographischen Lage und den klimatischen Bedingungen, sondern auch in der Größe der Milchviehherden, der angebauten Feldfrüchte (Futtergetreide/Getreide), dem Ausbringen von organischen Düngern (Gülle) und bei der Umzäunung und somit dem Durchgang bzw. des Besatzes von Wildtieren unterscheiden. Die Modellbetriebe bieten damit sehr gute Voraussetzungen zur Aufklärung möglicher Kontaminationen der Getreidepflanzen insbesondere in Hinblick auf die Unterschiedlichkeit der Standorte und somit bei der Identifizierung von möglichen Risikofaktoren. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Beprobung der Getreidepflanzen nach außergewöhnlichen Wetterereignissen sein, da insbesondere Starkregen eine Besiedlung beeinflussen bzw. fördern kann. Neben den Untersuchungen der Feldfrüchte soll die Übertragung von Kontaminationen während des Mahlprozesses und die Tenazität von Bakterien während des Prozesses untersucht werden. Hierfür werden Belastungstests mit Surrogaten in einer experimentellen Mühle durchgeführt. Ziel ist, eine mögliche Anreicherung von Bakterien in den einzelnen Mahlfraktionen zu überprüfen. Die Mahlfraktionen bieten anschließend die Möglichkeit weitere Tenazitätsstudien insbesondere von pathogenen und antibiotikaresistenten E. coli, die im Laufe des Projekts isoliert werden, durchzuführen und Überlebensraten zu ermitteln.

Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl

Förderkennzeichen: 01KI2603C
Gesamte Fördersumme: 241.335 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Christian Berens
Adresse: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für molekulare Pathogenese
Naumburger Str. 96 a
07743 Jena

Eintrag und Persistenz von Zoonose-Erregern aus Nutz- und Wildtieren in Ackerböden und Übertrag in das Grundnahrungsmittel Mehl

Shigatoxin-bildende Escherichia coli (STEC) zählen zu den wichtigsten lebensmittelassoziierten Erregern und stellen ein großes Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. STEC kolonisieren natürlicherweise (Wild-)Wiederkäuer, werden aber immer häufiger in Mehl und Mehlprodukten in Deutschland nachgewiesen. In den USA, Kanada und Frankreich kam es schon zu Ausbrüchen durch kontaminierte Mehlprodukte mit Komplikationen und Todesfällen. Die Herkunft dieser Kontaminationen ist derzeit vollkommen unbekannt. Die fäkale Kontamination von Lebensmitteln tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist vielfach als Quelle humaner STEC-Infektionen bestätigt worden. Für Mehlprodukte vermuten wir, dass der Erreger indirekt über Rindergülle oder Umweltkontamination (Wildtierkot) bei Getreideanbau und -ernte in die Lebensmittelkette gelangt, da eine Kontamination auf Mühlenebene unwahrscheinlich erscheint. Es werden daher STEC oder antibiotikaresistente Stämme entlang der gesamten Mehlproduktionskette (Rinder, Gülle, Getreidefeld, Ernte, Lagerung, Mühle) isoliert und phylogenetisch, genomisch sowie physiologisch charakterisiert. Es werden genetische und metabolische Eigenschaften der isolierten neuartigen, Mehl-assoziierten Stämme bestimmt und mit denen von Isolaten aus Rindern, Wildtieren, Lebensmitteln und Menschen hinsichtlich Virulenz- und Resistenzgenen sowie Umweltstabilität und Marker für Persistenz verglichen.

Mikrobiomanalysen von Getreidefeldproben und Mikrokosmosexperimente

Förderkennzeichen: 01KI2603D
Gesamte Fördersumme: 298.270 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Sylvia Schnell
Adresse: Justus-Liebig-Universität Gießen, FB 09 - Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Institut für Angewandte Mikrobiologie
Heinrich-Buff-Ring 26 - 32
35392 Gießen

Mikrobiomanalysen von Getreidefeldproben und Mikrokosmosexperimente

Ziel des Vorhabens ist es einen Beitrag zur Herkunft von pathogenen Escherichia coli insbesondere Shigatoxin-bildenden und Antibiotika-resistenten E. coli (STEC) im Grundnahrungsmittel Mehl zu leisten. Dabei soll die Ökologie dieser Pathogenen im Ökosystem besser verstanden werden. Hierfür werden Experimente zum Überleben von Umweltisolaten der E. coli STEC in Boden-Mikrokosmen unter verschiedenen Bedingungen (Wasserhaltekapazität, Temperatur, Zusatz von Rindergülle oder Stallmistaufschlämmung) durchgeführt. Die Anzahl der Bakterien wird mittels spezifischer Primerpaare für das Shigatoxin-Gen in einer quantitativen PCR erfasst. Bei den Zusätzen wird mittels High-Throughput Sequenzierung das 16S rRNA Gen und das Shigatoxin-Gen sequenziert und so die Diversität der eingetragenen Shigatoxin-Gene sowie die bakterielle Diversität erfasst. Um den Infektionsweg für E. coli STEC ins Mehl aufzuklären werden Proben aus dem Getreideanbau molekularbiologisch analysiert. Während der Vegetationsperiode (Aussaat bis Ernte) werden verschiedene Proben im Getreidefeld analysiert. Auch der Randstreifen des Felds und ggf. Fäzes von Wildtieren wird beprobt. Von sämtlichen Proben wird mittels spezifischen PCR die Anzahl der Shigatoxin-Gene erfasst und die bakterielle Diversität über den zeitlichen Verlauf mittels Metabarcoding erfasst. Spezielles Augenmerk liegt auf der Familie der Enterobacteriaceae, der auch STEC zugeordnet ist. In einem weiteren Arbeitspaket wird die DNA aus den Fäzesproben für die Identifikation der Wildtiere genutzt, die möglicherweise E. coli STEC ins Getreidefeld eintragen. Während der gesamten Projektlaufzeit ist die Kommunikation mit den Projektpartnern in regelmäßigen Treffen sehr wichtig. Die erwarteten Ergebnisse und Erkenntnisse sollen auf Tagungen präsentiert werden und in Publikationen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit dargestellt werden.