Verbund

LUMEN - Anpassung an das Licht: Verhalten von Stechmücken, Exposition des Menschen und Vektorkontrolle in einem sich wandelnden Klima

Durch Mücken übertragene Viren werden aufgrund von Umweltveränderungen zu einer Bedrohung in ganz Europa. Steigende Temperaturen, Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) werden voraussichtlich die Lebensräume von Mücken dramatisch verändern und die Übertragungsdynamik beeinflussen, wobei Arten wie die einheimische Culex pipiens eine immer größere Rolle bei Ausbrüchen spielen werden. Während die Temperatur seit langem als ein wichtiger Faktor für die Biologie von Mücken anerkannt ist, entwickelt sich ALAN zu einem bisher übersehenen Stressfaktor, der die Aktivität von Mücken erhöhen und möglicherweise die Überwinterungsdynamik des West-Nil-Virus (WNV) stören kann.

Die daraus resultierende Komplexität unterstreicht die Notwendigkeit des One-Health-Ansatzes dieses Verbundes LUMEN, der die Insektenkunde, Klimawissenschaft und Verhaltensforschung kombiniert, um Übertragungsrisiken vorhersagen und effektivere Präventionsstrategien entwickeln zu können.

Teilprojekte

Einfluss künstlichen Lichtes in der Nacht (ALAN) auf die Ökologie, Immunität und West-Nil-Virus-Übertragung bei Mücken

Förderkennzeichen: 01KI2602A
Gesamte Fördersumme: 327.866 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Esther Schnettler
Adresse: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg

Einfluss künstlichen Lichtes in der Nacht (ALAN) auf die Ökologie, Immunität und West-Nil-Virus-Übertragung bei Mücken

Durch Mücken übertragene Viren werden aufgrund von Umweltveränderungen zu einer endemischen Bedrohung in ganz Europa. Steigende Temperaturen, Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) werden voraussichtlich die Lebensräume von Mücken dramatisch verändern und die Übertragungsdynamik beeinflussen, wobei Arten wie die einheimische Culex pipiens eine immer größere Rolle bei autochthonen Ausbrüchen spielen werden. Während die Temperatur seit langem als ein wichtiger Faktor für die Biologie von Mücken anerkannt ist, entwickelt sich ALAN zu einem bisher übersehenen Stressfaktor, der die Diapause verzögern, die Aktivität von Mücken erhöhen und möglicherweise die Überwinterungsdynamik des West-Nil-Virus (WNV) stören kann. Dieses Teilprojekt des Verbundes LUMEN untersucht anhand kontrollierter Experimente und Feldvalidierungen, wie ALAN und Temperatur die Biologie von Cx. pipiens auf molekularer Ebene beeinflussen, einschließlich der Regulierung der Diapause, der Immunfunktion und des Übertragungspotenzials von WNV. Das Ziel ist zu verstehen, wie ALAN die Diapause, das Stechverhalten, die Genregulation, die antivirale Immunität und letztlich das Übertragungspotenzial des WNV in Cx. pipiens beeinflusst. Dazu werden Laboransätze und Feldarbeit kombiniert.

Städtische Lichtlandschaften und Mikroklima

Förderkennzeichen: 01KI2602B
Gesamte Fördersumme: 326.555 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: PD Dr. Franz Hölker
Adresse: Forschungsverbund Berlin e.V., Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Müggelseedamm 310
12587 Berlin

Städtische Lichtlandschaften und Mikroklima

Durch Mücken übertragene Viren werden aufgrund von Umweltveränderungen zu einer endemischen Bedrohung in ganz Europa. Steigende Temperaturen, Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) werden voraussichtlich die Lebensräume von Mücken dramatisch verändern und die Übertragungsdynamik beeinflussen, wobei Arten wie die einheimische Culex pipiens eine immer größere Rolle bei autochthonen Ausbrüchen spielen werden. Während die Temperatur seit langem als ein wichtiger Faktor für die Biologie von Mücken anerkannt ist, entwickelt sich ALAN zu einem bisher übersehenen Stressfaktor, der die Phase der Inaktivität (sogenannte Diapause) verzögern, die Aktivität von Mücken erhöhen und möglicherweise die Überwinterungsdynamik des West-Nil-Virus (WNV) stören kann. Der Schwerpunkt dieses Teilprojekts des Verbundes LUMEN liegt auf den Umweltbedingungen der Larvenstadien von Mücken. Ziel ist es zu analysieren, wie Temperatur, ALAN, Wasserqualität sowie die Zusammensetzung des aquatischen Mikrobioms die Entwicklung, Fitness und spätere Vektorkompetenz beeinflussen. Das Teilprojekt liefert dadurch eine wesentliche Grundlage für gezielte, evidenzbasierte Präventionsstrategien, da larvale Bedingungen entscheidend für die Überlebensrate, die Entwicklungszeit, die Körpergröße und die Immunfunktion adulter Mücken sein können und ihnen somit eine Schlüsselrolle für das Übertragungsrisiko vektorübertragener Krankheiten zukommt.

Unter dem Licht, hinter dem Netz: Menschliches Verhalten verstehen und erklären

Förderkennzeichen: 01KI2602C
Gesamte Fördersumme: 359.529 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: PD Dr. Cornelia Betsch
Adresse: Universität Erfurt, Philosophische Fakultät, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Nordhäuser Str. 63
99089 Erfurt

Unter dem Licht, hinter dem Netz: Menschliches Verhalten verstehen und erklären

Durch Umweltveränderungen wie Klimawandel, Urbanisierung und künstliche Beleuchtung in der Nacht verändern sich Lebensräume und Aktivitätsmuster von Stechmücken in Europa. Dadurch steigt das Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern auch in bislang nichtendemischen Regionen. Das Verbundprojekt LUMEN untersucht diese Entwicklungen interdisziplinär und verbindet molekularbiologische, ökologische und psychologische Ansätze, um neue Grundlagen für evidenzbasierte Präventionsstrategien im One-Health-Kontext zu schaffen. Dieses Teilprojekt untersucht die Rolle menschlichen Verhaltens in der Mensch-Mücke-Interaktion. Bislang fehlen systematische Daten, wie Menschen im Alltag auf veränderte Mückenaktivität reagieren und welche Faktoren das Risiko beeinflussen, gestochen zu werden. Ziel ist die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Instruments zur Erfassung von Wissen, Einstellungen und Verhalten im Umgang mit Mücken sowie der Aufbau einer webbasierten Infrastruktur zur alltagsnahen Datenerhebung im Rahmen einer Citizen-Science-Studie in Deutschland. Die gewonnenen Daten leisten einen zentralen Beitrag zur interdisziplinären Modellierung von Expositionsrisiken und zur Entwicklung zielgerichteter Präventions- und Kommunikationsstrategien.

Modellbasierte Indikatoren für das Risiko von durch Mücken übertragenen Krankheiten, die künstliche und natürliche Licht-Klima-Wechselwirkungen erfassen

Förderkennzeichen: 01KI2602D
Gesamte Fördersumme: 339.755 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Joacim Rocklöv
Adresse: Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg Institut für Global Health
Im Neuenheimer Feld 130.3
69120 Heidelberg

Modellbasierte Indikatoren für das Risiko von durch Mücken übertragenen Krankheiten, die künstliche und natürliche Licht-Klima-Wechselwirkungen erfassen

Das LUMEN-Konsortium untersucht, wie Umweltveränderungen das Risiko durch Mücken übertragener Krankheiten in Europa beeinflussen. Steigende Temperaturen, zunehmende Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) verändern Mückenlebensräume und menschliche Expositionsmuster. Arten wie Culex pipiens und die invasive Aedes albopictus spielen dabei eine wachsende Rolle bei lokalen Ausbrüchen des West-Nil-Virus und anderer Krankheitserreger. LUMEN nutzt einen transdisziplinären One-Health-Ansatz, der molekulare und ökologische Studien zur Mückenbiologie, Analysen urbaner Larvenlebensräume sowie Echtzeitbewertungen von Wissen, Einstellungen und Verhalten der Menschen kombiniert. Diese Datenströme werden in einem prädiktiven Modellierungsrahmen zusammengeführt, um raum-zeitliche Risikokarten und szenariobasierte Vorhersagen zu erstellen. Ziel ist es, evidenzbasierte Werkzeuge und offene Ressourcen bereitzustellen, die integrierte Überwachung, gezielte Prävention und Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit unterstützen. Dieses Teilprojekt modelliert das Übertragungspotenzial von Arboviren in Bezug auf Süd-Nord-Unterschiede im Tageslicht und Gradienten künstlichen Lichts in städtischen und ländlichen Gebieten. Untersucht wird, wie Umgebungslicht und klimatische Bedingungen das Krankheitsübertragungsrisiko (R0) beeinflussen. Kritische Mechanismen aus der Literatur werden durch neue mechanistische und feldbasierte Schätzungen ergänzt, um Wissenslücken zu schließen. Die Modelle erfassen die Wechselwirkungen von Licht und Klima auf den Mückenlebenszyklus sowie die Interaktionen zwischen Mücken und Menschen, die das Übertragungsrisiko bestimmen.