| Förderkennzeichen: | 01KI2603A |
| Fördersumme: | 233.103 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Dr. Michaela Projahn |
| Adresse: |
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Max-Dohrn-Str. 8-10 10589 Berlin |
Mehl- und Mehlprodukte in Deutschland sind nachweislich mit Shigatoxin-bildende E. coli (STEC) kontaminiert. Über mögliche Eintragswege in das Endprodukt, d. h. den Austrag auf das Getreidefeld (z. B. über Gülle oder Wildtierkot) oder das Persistieren der Keime in dieser spezifischen Umwelt, kann bislang nur spekuliert werden. Daher beschäftigt sich dieses Vorhaben mit dem Nachweis möglicher Eintragsrouten, der Persistenz und der Umweltstabilität von pathogenen und antibiotikaresistenten E. coli (ABE) in das Ökosystem des Getreidefeldes. STEC sind in kontaminierten Lebensmitteln meist nur in geringen Keimzahlen zu finden. Aufgrund der niedrigen Infektionsdosis sind diese Konzentrationen jedoch ausreichend für eine mögliche humane Infektion. Es wird davon ausgegangen, dass auch verschiedene Proben aus der Getreidefeldumgebung nur geringe Keimgehalte von STEC aufweisen, was eine Bestimmung der Eintragswege erschwert. Daher werden die geplanten Proben auch auf pathogene E. coli im Allgemeinem und auf ABE untersucht. ABE dienen auch als Stellvertreterkeime. Durch die Anwendung von Antibiotikahaltigen Selektivmedien wird die Erfolgswahrscheinlichkeit der Aufdeckung von Eintragswegen deutlich erhöht. Der molekularbiologische Nachweis von Eintrags- oder Transmissionsereignissen mittels Ganzgenomsequenzierung ist für STEC und andere E. coli identisch. Die im Rahmen des Vorhabens generierten Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Konkretisierung der Risikobewertung für STEC in Mehl, der Kommunikation mit dem ÖGD und den relevanten Verbänden sowie für die Umsetzung möglicher Interventionsmaßnahmen zum Schutz der Verbraucher und Verbraucherinnen.