Entzündungsbedingte Organschäden sind ein wesentlicher Pathomechanismus bei chronischen Krankheiten wie der chronischen Nierenerkrankung (CKD) und der Multiplen Sklerose (MS). Der Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor (AhR) ist ein Transkriptionsfaktor, der durch verschiedene Liganden aktiviert wird. Diese diversen Liganden kommen in Umwelt und Ernährung vor oder werden von Bakterien im Darm gebildet. Der AhR ist an der Fehlregulation des Immunsystems bei CKD und MS beteiligt, jedoch in gegensätzlicher Hinsicht. Während es bei chronischer Nierenerkrankung aufgrund der verminderten Fähigkeit, Liganden über den Urin auszuscheiden, zu einer Überaktivierung des AhR kommt, scheint bei Multipler Sklerose ein Mangel an Liganden mit erhöhter Entzündungsaktivität einherzugehen.
In der ersten Förderperiode hat TAhRget erfolgreich mechanistische Grundlagen geschaffen, um zu verstehen, wie AhR-Liganden die Immunantwort regulieren. Dadurch wurde die Grundlage für therapeutische Ansätze durch Verknüpfung von Ernährung, Darm-Mikrobiota und AhR geschaffen.
In der zweiten Förderperiode wird TAhRget diese Erkenntnisse mit einem starken translationalen Fokus erweitern. Das Projekt wird (I) das Verständnis der identifizierten Mechanismen und ihres therapeutischen Potenzials erweitern, (II) die Beeinflussbarkeit der AhR durch gezielte Interventionen untersuchen und (III) die Evidenz für diätetische Interventionen zur Regulierung der AhR stärken.
Die Ergebnisse der Arbeiten werden neue personalisierte Krankheitsmanagementstrategien für Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Multipler Sklerose ermöglichen.