Verbund

TAC-TICKS - Verfolgung und Eindämmung durch Zecken übertragener Infektionen bei Mensch und Tier durch die Integration von Citizen Science in einem sich wandelnden Klima

Zecken können verschiedene Krankheitserreger auf Menschen und Tiere übertragen. In Deutschland sind die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis die bedeutendsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen beim Menschen. Durch den Klimawandel verändert sich einerseits die Aktivität der heimischen Zecken und das Infektionsrisiko der Menschen, andererseits wird die Ausbreitung nicht-heimischer Zeckenarten sowie potentiell durch diese Zecken übertragener weiterer Erreger begünstigt.

Das Verbundvorhaben TAC-TICKS untersucht, wie verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen besser überwacht, vorhergesagt und eingedämmt werden können. Ziel ist es, im Sinne des One-Health-Ansatzes tierische, ökologische und menschliche Daten zusammenzuführen. Durch die Kombination von Citizen Science, wissensgestützter proaktiver Überwachung und KI-basierter Modellierung sollen Mechanismen der Ausbreitung zeckenübertragener Pathogene besser verstanden und gezielte Maßnahmen zur Pandemievorsorge entwickelt werden.

Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung, und zwar zu der im Programm veröffentlichten Förderrichtlinie des BMFTR zur Förderung von trans- und interdisziplinären Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One‑Health-Ansatzes“. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu verbessern und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sowie mit der Praxis zu stärken. Die Verbünde sollen in der Praxis anwendbare Lösungen zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen mit unterschiedlichen Erregern und AMR in Deutschland entwickeln.

Teilprojekte

Teilprojekt Cit

Förderkennzeichen: 01KI2513A
Gesamte Fördersumme: 1.912.431 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Pfeffer
Adresse: Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät, Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen
An den Tierkliniken 1
04103 Leipzig

Teilprojekt Cit

Das Verbundvorhaben TAC-TICKS untersucht, wie durch Zecken übertragene Infektionen unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen besser überwacht, vorhergesagt und eingedämmt werden können. Ziel ist es, im Sinne des One-Health-Ansatzes tierische, ökologische und menschliche Daten zusammenzuführen und daraus neue Ansätze für Prävention und Gesundheitsvorsorge zu entwickeln. Das Teilprojekt an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig koordiniert das Gesamtvorhaben, organisiert Feld- und Laborstudien zur Erfassung von Zeckenpopulationen und Krankheitserregern, führt serologische Untersuchungen durch und bindet Bürgerinnen und Bürger über Citizen-Science-Ansätze aktiv in die Datenerhebung ein. Damit werden, gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern, die Grundlage und die Datenbasis für die nachfolgenden Modellierungsarbeiten geschaffen. Das Teilprojekt am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig entwickelt darauf aufbauend Verfahren zur Integration, Analyse und Modellierung der erhobenen Daten. Mithilfe künstlicher Intelligenz und mathematischer Simulationen werden Vorhersagemodelle für Zeckenaktivität, Krankheitsverbreitung und mögliche Interventionen erstellt. Die beiden Teilprojekte an der Universität Leipzig tragen gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern dazu bei, empirische Beobachtungen und datenbasierte Analysen zu verknüpfen und so die wissenschaftliche Grundlage für eine moderne, vorausschauende Gesundheitsüberwachung zu schaffen.

Teilprojekt Rol

Förderkennzeichen: 01KI2513B
Gesamte Fördersumme: 422.426 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Wikelski
Adresse: Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie
Am Obstberg 1
78315 Radolfzell am Bodensee

Teilprojekt Rol

Das Verbundprojekt TAC-TICKS verfolgt das Ziel, Strategien zur frühen Erkennung, Überwachung und Eindämmung endemischer und neu auftretender durch Zecken übertragener Infektionen zu entwickeln. Durch die Kombination von Bürgerwissenschaft (Citizen Science), wissensgestützter proaktiver Überwachung und KI-basierter Modellierung sollen Mechanismen der Ausbreitung zeckenübertragener Pathogene besser verstanden und gezielte Maßnahmen zur Pandemievorsorge entwickelt werden. Das Konsortium vereint dabei Fachwissen aus Veterinär- und Humanmedizin, Tierökologie, öffentlicher Gesundheit und Datenwissenschaft und implementiert den One-Health-Ansatz, um den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf Zeckenpopulationen und Krankheitsdynamiken zu begegnen. Dieses Teilprojekt untersucht dabei die Rolle der Vogelmigrationen und Landtierbewegungen bei der lokalen und kontinentalen Verbreitung von Zecken und durch Zecken übertragenen Krankheitserregern in Europa, wobei der Schwerpunkt auf dem durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus liegt.

Teilprojekt Zec

Förderkennzeichen: 01KI2513C
Gesamte Fördersumme: 511.922 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Lidia Chitimia-Dobler
Adresse: Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP)
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main

Teilprojekt Zec

Zecken sind von zunehmender Bedeutung als Überträger von Krankheitserregern für Mensch und Tier. Aktuell entwickelt sich eine "stille Zecken-Pandemie". Unter anderem sind die gemeldeten Erkrankungszahlen der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Tularämie-Fälle stark angestiegen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der importierten invasiven Zeckenarten (u. a. Rhipicephalus spp., Hyalomma spp.) deutlich zu. Das Projekt fokussiert sich auf das pandemische Potenzial von einheimischen und eingeschleppten Zeckenarten und der durch sie übertragenen Pathogene. FSME-Naturherde, die seit 15 Jahren überwacht werden, sollen weiter monatlich beprobt werden. Dabei soll der Fokus auf der monatlichen Zeckenaktivität und der Durchseuchung mit dem FSME-Virus liegen. Weiterhin soll in Kooperation mit den Projektpartnern in einheimischen und importierten Zecken die Häufigkeit von weiteren Zeckenpathogenen (u. a. Francisellen, Borrelien, Anaplasmen, Babesien) untersucht werden. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern werden sero-epidemiologische Studien zur FSME-Prävalenz und zur Impfung gegen FSME durchgeführt. Zusätzlich werden in den von Projektpartnern modellierten FSME-Naturherden Zecken gesammelt und auf das FSME-Virus untersucht, um die Surveillance zu verbessern.

Teilprojekt Zec

Förderkennzeichen: 01KI2513D
Gesamte Fördersumme: 604.379 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2031
Projektleitung: Dr. Sophie Schneitler
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (IMMIH)
Albertus-Magnus-Platz
50931 Köln

Teilprojekt Zec

Das Verbundprojekt TAC-TICKS verfolgt das Ziel, Strategien zur frühen Erkennung, Überwachung und Eindämmung endemischer und neu auftretender durch Zecken übertragener Infektionen zu entwickeln. Durch die Kombination von Citizen Science, wissensgestützter proaktiver Überwachung und KI-basierter Modellierung sollen Mechanismen der Ausbreitung zeckenübertragener Pathogene besser verstanden und gezielte Maßnahmen zur Pandemievorsorge entwickelt werden. Das Konsortium vereint dabei Fachwissen aus Veterinär- und Humanmedizin, Tierökologie, öffentlicher Gesundheit und Datenwissenschaft und implementiert den One-Health-Ansatz, um den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf Zeckenpopulationen und Krankheitsdynamiken zu begegnen. Dieses Teilvorhaben widmet sich einer Überwachungsstrategie für Zeckenpopulationen und Zecken übertragener Krankheiten im Saarland mit entsprechender Maßnahmenetablierung. Detailliert soll erstmalig eine Erhebung der Zeckenpopulation, unter Nutzung und Evaluierung von Künstlicher Intelligenz bei der Zeckenidentifizierung, und deren Zusammenhang mit der Seropositivität von Zecken übertragenen Erkrankungen im Saarland erfolgen. Daraus sollen entsprechende Maßnahmenempfehlungen für die öffentliche Gesundheit abgeleitet werden. Weiter soll ein vergleichender Citizen Science Ansatz genutzt werden, um dessen zukünftigen Nutzen für Zeckenüberwachungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu analysieren. Die Erhebung quantitativer Meldedaten zu Borrelien soll mit qualitativen Daten ergänzt werden, um die Dunkelziffer zu ermitteln, einen Reporting-Bias abzubilden und anschließend Maßnahmen zu entwickeln, die zur Verbesserung der Datenerhebung und Berichterstattungspraxis führen.