Zecken können verschiedene Krankheitserreger auf Menschen und Tiere übertragen. In Deutschland sind die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis die bedeutendsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen beim Menschen. Durch den Klimawandel verändert sich einerseits die Aktivität der heimischen Zecken und das Infektionsrisiko der Menschen, andererseits wird die Ausbreitung nicht-heimischer Zeckenarten sowie potentiell durch diese Zecken übertragener weiterer Erreger begünstigt.
Das Verbundvorhaben TAC-TICKS untersucht, wie verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen besser überwacht, vorhergesagt und eingedämmt werden können. Ziel ist es, im Sinne des One-Health-Ansatzes tierische, ökologische und menschliche Daten zusammenzuführen. Durch die Kombination von Citizen Science, wissensgestützter proaktiver Überwachung und KI-basierter Modellierung sollen Mechanismen der Ausbreitung zeckenübertragener Pathogene besser verstanden und gezielte Maßnahmen zur Pandemievorsorge entwickelt werden.
Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zu den Zielen des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung, und zwar zu der im Programm veröffentlichten Förderrichtlinie des BMFTR zur Förderung von trans- und interdisziplinären Forschungsverbünden zum Thema „Pandemieprävention und -reaktion im Rahmen eines One‑Health-Ansatzes“. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die Vorbereitung und Reaktion auf zukünftige Infektionsausbrüche beim Menschen zu verbessern und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sowie mit der Praxis zu stärken. Die Verbünde sollen in der Praxis anwendbare Lösungen zur Vorbeugung und im Ausbruchsfall zur Eindämmung von Infektionen mit unterschiedlichen Erregern und AMR in Deutschland entwickeln.