Teilprojekt eines Verbundes

Stammzellabgeleitete extrazelluläre Vesikel als neuartige Instrumente zur inflammatorischen Rekalibrierung und Auflösung chronischer Schmerzen

Förderkennzeichen: 01EW2608
Fördersumme: 349.401 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2028
Projektleitung: Dr. Fabian Szepanowski
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Neurologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Chronische neuropathische Schmerzen betreffen einen großen Teil der Bevölkerung und sind häufig mit anhaltenden Entzündungsprozessen im Nervensystem verbunden. Trotz verfügbarer Therapien besteht ein erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf, da die zugrunde liegenden neuroimmunologischen Mechanismen bislang nur unzureichend therapeutisch adressiert werden. Ziel des Verbundprojekts ist es, das therapeutische Potenzial mesenchymaler stromazell-abgeleiteter extrazellulärer Vesikel (MSC-EVs) als neuartige, zellfreie immunmodulatorische Therapieoption für neuropathische Schmerzen systematisch zu untersuchen. Der Fokus liegt auf der Analyse entzündungsassoziierter Signalwege, insbesondere der NF-¿B-abhängigen Signaltransduktion, die eine zentrale Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzsyndrome spielt. Hierzu werden komplementäre präklinische Modelle neuropathischer Erkrankungen eingesetzt, die sowohl chemisch induzierte als auch immunvermittelte Mechanismen abbilden. Die Wirkung von MSC-EVs auf Schmerzverhalten, Nervenfunktion, Entzündungsprozesse und Regenerationsmechanismen wird mittels verhaltensbiologischer, elektrophysiologischer, histologischer und molekularbiologischer Methoden untersucht. Ergänzend kommen moderne Transkriptom- und Proteomanalysen zum Einsatz, um krankheitsrelevante Signalwege sowie potenzielle Biomarker zu identifizieren. Die im Verbund gewonnenen präklinischen Daten werden mit klinischen Biomarkeranalysen aus Patientenkohorten mit immunvermittelten Neuropathien integriert. Ziel ist es, krankheitsübergreifende Wirkmechanismen von MSC-EVs zu identifizieren und die Grundlage für eine spätere klinische Entwicklung dieser innovativen Therapieansätze zu schaffen.