Teilprojekt eines Verbundes

Nutzung multidimensionaler High-Content-Daten zur verbesserten, am Patientenerleben orientierten Therapieauswahl bei myeloproliferativen Neoplasien

Förderkennzeichen: 01KU2610
Fördersumme: 299.547 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Ashok Kumar Jayavelu
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Otto-Meyerhof-Zentrum, KKE Pädiatrische Leukämie (A400), Arbeitsgruppe Proteomics and Cancer Cell Signaling
Im Neuenheimer Feld 350
69120 Heidelberg

Myeloproliferative Neoplasien (MPN) sind klonale hämatopoetische Erkrankungen, die durch eine aberrante Proliferation myeloischer Zellen sowie Mutationen in zentralen Treibergenen wie JAK2, CALR und MPL gekennzeichnet sind. Diese Mutationen führen zu einer konstitutiven Aktivierung der JAK-STAT Signaltransduktion, was chronische Entzündungsprozesse, eine gestörte Hämatopoese sowie eine Progression in Richtung Myelofibrose oder akute Leukämie begünstigt. Die derzeitige Behandlung mit JAK-Inhibitoren hat die Therapie von MPN grundlegend verbessert, jedoch können sie den malignen Klon nicht vollständig beseitigen. Dies erfordert ein tieferes Verständnis der Mechanismen der Therapieresistenz und der Persistenz der Erkrankung. Insbesondere benötigen wir Biomarker, die als Orientierungshilfe bei der Wahl zwischen hoch- und niedrigintensiven Behandlungsoptionen dienen und dabei klinische Response-Parameter mit den von den Patientinnen und Patienten berichteten Ergebnissen, einschließlich der durch Toxizität verursachten Nebenwirkungen, abwägen, um eine wirklich patientenzentrierte Präzisionsmedizin zu ermöglichen. Der Verbund HOPE integriert genomische, epigenetische, transkriptomische, proteomische und phosphoproteomische Daten und hat sich zum Ziel gesetzt, pharmakogenomische Marker zu identifizieren, die als Leitfaden für die Stratifizierung von MPN-Patienten auf der Grundlage ihres erwarteten Ansprechens auf JAKi dienen. Am DKFZ werden mehrschichtige Omics-Profiling- und Datenintegrationsverfahren durchgeführt, um bisher unbekannte Wirkstoffziele und Resistenzmechanismen aufzudecken. Zu den Hauptaufgaben gehört das Proteom-Profiling von 450 Patientenproben mittels ultratiefgehender Massenspektrometrie (MS). Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Verbundprojekts "HOPE" der Förderinitiative "EP PerMed". Der Verbund wird durch eine spanische Arbeitsgruppe koordiniert und hat insgesamt sechs Projektpartner.