Einzelprojekt

Multi-Omics-Analyse zur Vorhersage des Ansprechens und unerwünschter Ereignisse bei neoadjuvanter Behandlung von resektablem NSCLC

Förderkennzeichen: 01KU2614
Fördersumme: 299.962 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Janis Stiefel
Adresse: Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM)
Carl-Zeiss-Str. 18-20
55129 Mainz

Neoadjuvante (NA) Therapieformen zeigen vielversprechende Ergebnisse zur Verbesserung der Langzeitüberlebensrate bei Patientinnen und Patienten mit respektablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). NA-Therapien zielen darauf ab, die Tumorlast vor der chirurgischen Resektion zu reduzieren und Mikrometastasen zu entfernen, was die Chancen auf vollständige Heilung erhöht und die Rezidivraten senkt. Allerdings variieren die Ansprechraten erheblich, und viele Patientinnen und Patienten profitieren nur begrenzt oder erfahren schwerwiegende Nebenwirkungen. Dies macht die Notwendigkeit zuverlässiger prädiktiver Biomarker offensichtlich, um geeignete Patientinnen und Patienten zu identifizieren. Aktuell fehlen standardisierte Methoden zur genauen Bestimmung von Patientinnen und Patienten, die wahrscheinlich auf eine NA-Therapie ansprechen oder ein höheres Risiko für Nebenwirkungen haben. Das NALUNG-Projekt strebt an, Biomarker aus Tumorgewebe und Flüssigproben zu identifizieren, die mit dem Ansprechen auf die Behandlung und unerwünschten Ereignissen korrelieren. Hierbei wird ein umfassender Multi-Omics-Ansatz verfolgt, der Genomik, Epigenomik, Transkriptomik, Proteomik und Metabolomik integriert, um molekulare Signaturen zu entdecken, die Responder von Non-Respondern sowie Patientinnen und Patienten mit höherer Toxizitätsgefahr unterscheiden können. Fraunhofer IMM wird dabei vorrangig an der standardisierten Biomarkeranreicherung beteiligt sein. Zusätzlich werden Lebensstil- und Ernährungsfaktoren unter Einsatz von maschinellem Lernen und modernen Bioinformatik-Tools berücksichtigt, um die Stratifizierung durch Vorhersagemodelle weiter zu optimieren. Die Identifikation zuverlässiger Biomarker wird die Entwicklung von Präzisionsmedizinstrategien für eine gesteigerte Behandlungseffizienz bei gleichzeitig reduzierter Toxizität ermöglichen. Das Vorhaben ist Teil des translationalen Verrbundes "NALUNG" der Förderinitiative "EP PerMed". Der Verbund wird durch eine türkische Arbeitsgruppe koordiniert und hat insgesamt sechs Projektpartner.