Teilprojekt eines Verbundes

Modellbasierte Indikatoren für das Risiko von durch Mücken übertragenen Krankheiten, die künstliche und natürliche Licht-Klima-Wechselwirkungen erfassen

Förderkennzeichen: 01KI2602D
Fördersumme: 339.755 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Joacim Rocklöv
Adresse: Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg Institut für Global Health
Im Neuenheimer Feld 130.3
69120 Heidelberg

Das LUMEN-Konsortium untersucht, wie Umweltveränderungen das Risiko durch Mücken übertragener Krankheiten in Europa beeinflussen. Steigende Temperaturen, zunehmende Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) verändern Mückenlebensräume und menschliche Expositionsmuster. Arten wie Culex pipiens und die invasive Aedes albopictus spielen dabei eine wachsende Rolle bei lokalen Ausbrüchen des West-Nil-Virus und anderer Krankheitserreger. LUMEN nutzt einen transdisziplinären One-Health-Ansatz, der molekulare und ökologische Studien zur Mückenbiologie, Analysen urbaner Larvenlebensräume sowie Echtzeitbewertungen von Wissen, Einstellungen und Verhalten der Menschen kombiniert. Diese Datenströme werden in einem prädiktiven Modellierungsrahmen zusammengeführt, um raum-zeitliche Risikokarten und szenariobasierte Vorhersagen zu erstellen. Ziel ist es, evidenzbasierte Werkzeuge und offene Ressourcen bereitzustellen, die integrierte Überwachung, gezielte Prävention und Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit unterstützen. Dieses Teilprojekt modelliert das Übertragungspotenzial von Arboviren in Bezug auf Süd-Nord-Unterschiede im Tageslicht und Gradienten künstlichen Lichts in städtischen und ländlichen Gebieten. Untersucht wird, wie Umgebungslicht und klimatische Bedingungen das Krankheitsübertragungsrisiko (R0) beeinflussen. Kritische Mechanismen aus der Literatur werden durch neue mechanistische und feldbasierte Schätzungen ergänzt, um Wissenslücken zu schließen. Die Modelle erfassen die Wechselwirkungen von Licht und Klima auf den Mückenlebenszyklus sowie die Interaktionen zwischen Mücken und Menschen, die das Übertragungsrisiko bestimmen.