Teilprojekt eines Verbundes

Städtische Lichtlandschaften und Mikroklima

Förderkennzeichen: 01KI2602B
Fördersumme: 326.555 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: PD Dr. Franz Hölker
Adresse: Forschungsverbund Berlin e.V., Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Müggelseedamm 310
12587 Berlin

Durch Mücken übertragene Viren werden aufgrund von Umweltveränderungen zu einer endemischen Bedrohung in ganz Europa. Steigende Temperaturen, Urbanisierung und künstliches Licht in der Nacht (ALAN) werden voraussichtlich die Lebensräume von Mücken dramatisch verändern und die Übertragungsdynamik beeinflussen, wobei Arten wie die einheimische Culex pipiens eine immer größere Rolle bei autochthonen Ausbrüchen spielen werden. Während die Temperatur seit langem als ein wichtiger Faktor für die Biologie von Mücken anerkannt ist, entwickelt sich ALAN zu einem bisher übersehenen Stressfaktor, der die Phase der Inaktivität (sogenannte Diapause) verzögern, die Aktivität von Mücken erhöhen und möglicherweise die Überwinterungsdynamik des West-Nil-Virus (WNV) stören kann. Der Schwerpunkt dieses Teilprojekts des Verbundes LUMEN liegt auf den Umweltbedingungen der Larvenstadien von Mücken. Ziel ist es zu analysieren, wie Temperatur, ALAN, Wasserqualität sowie die Zusammensetzung des aquatischen Mikrobioms die Entwicklung, Fitness und spätere Vektorkompetenz beeinflussen. Das Teilprojekt liefert dadurch eine wesentliche Grundlage für gezielte, evidenzbasierte Präventionsstrategien, da larvale Bedingungen entscheidend für die Überlebensrate, die Entwicklungszeit, die Körpergröße und die Immunfunktion adulter Mücken sein können und ihnen somit eine Schlüsselrolle für das Übertragungsrisiko vektorübertragener Krankheiten zukommt.