Die freie Entscheidung, ob und wann wir Kinder bekommen, gehört zu unserem Recht auf Selbstbestimmung. Insbesondere jüngere Menschen wünschen sich hormonelle Verhütungsmittel mit weniger Nebenwirkungen oder nicht-hormonelle Alternativen. Darüber hinaus besteht der Wunsch, dass mehr gleichberechtigte Verhütungsoptionen zur Verfügung stehen, die neben unterschiedlichen Geschlechtern auch kulturelle Bedürfnisse besser berücksichtigen. Zudem bringt jeder Lebensabschnitt andere Bedürfnisse an Verhütungsmitteln mit sich. Eine breitere Palette an Verhütungsmittel-Optionen für beide Geschlechter ermöglicht daher bessere, maßgeschneiderte Lösungen.
Das Vorhaben „ContraPur – Kontrazeption durch Kontrolle der purinergen Steuerung des Spermientransports im Hoden“ ist Teil der BMFTR-Fördermaßnahme „Richtlinie zur Förderung der Verhütungsmittelforschung für alle Geschlechter“. Ziel dieser Maßnahme ist die Erforschung von Ansätzen für neue Verhütungsmethoden und die Weiterentwicklung bestehender Verhütungsmittel, zum Beispiel um Nebenwirkungen zu reduzieren.
Ziel des Verbundes ContraPur ist es, den Spermientransport im Hoden zu untersuchen, um daraus Ansatzpunkte für die Entwicklung einer nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer abzuleiten. Im Fokus stehen dabei Gene, Proteine und Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, um diese zu verstehen und entsprechend zu beeinflussen. Die Verbünde der Fördermaßnahme arbeiten bei der Wissenschaftskommunikation und Partizipation eng zusammen. So wird die Öffentlichkeit beispielsweise über Social Media und öffentliche Diskussionsrunden über die Forschungsaktivitäten informiert und interaktiv mit einbezogen.