Verbund

CONtraCEPT - Biomarker und digitale Technologien zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters im Zyklus und ihre Anwendung zur Kontrazeption

Die freie Entscheidung, ob und wann wir Kinder bekommen, gehört zu unserem Recht auf Selbstbestimmung. Insbesondere jüngere Menschen wünschen sich hormonelle Verhütungsmittel mit weniger Nebenwirkungen oder nicht-hormonelle Alternativen. Darüber hinaus besteht der Wunsch, dass mehr gleichberechtige Verhütungsoptionen zur Verfügung stehen, die neben unterschiedlichen Geschlechtern auch kulturelle Bedürfnisse besser berücksichtigen. Zudem bringt jeder Lebensabschnitt andere Bedürfnisse an Verhütungsmitteln mit sich. Eine breitere Palette an Verhütungsmittel-Optionen für beide Geschlechter ermöglicht daher bessere, maßgeschneiderte Lösungen.

Das Vorhaben „CONtraCEPT – Biomarker und digitale Technologien zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters im Zyklus und ihre Anwendung zur Kontrazeption“ ist Teil der BMFTR-Fördermaßnahme „Richtlinie zur Förderung der Verhütungsmittelforschung für alle Geschlechter“. Ziel dieser Maßnahme ist die Erforschung von Ansätzen für neue Verhütungsmethoden und die Weiterentwicklung bestehender Verhütungsmittel, zum Beispiel um Nebenwirkungen zu reduzieren.

Ziel des Verbundes CONtraCEPT ist es, bestehende Zyklus-Apps und Messsysteme auf ihre Eignung zur Verhütung zu testen und neue Biomarker zu erforschen, die das fruchtbare Fenster im Zyklus präziser und einfacher bestimmen sollen. Hieraus sollen sichere, nebenwirkungsfreie und leicht anwendbare digitale Methoden für die Natürliche Familienplanung entwickelt werden.

Die Verbünde der Fördermaßnahme arbeiten bei der Wissenschaftskommunikation und Partizipation eng zusammen. So wird die Öffentlichkeit beispielsweise über Social Media und öffentliche Diskussionsrunden über die Forschungsaktivitäten informiert und interaktiv mit einbezogen.

Teilprojekte

Teilprojekt 1: Heidelberg

Förderkennzeichen: 01GR2504A
Gesamte Fördersumme: 1.315.148 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Petra Frank-Herrmann
Adresse: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Frauenklinik - Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen
Im Neuenheimer Feld 440
69120 Heidelberg

Teilprojekt 1: Heidelberg

Die veränderte Einstellung hin zu natürlicheren, interventionsarmen Verhütungsmethoden spiegelt einen tiefgreifenden Wandel im Verständnis von Frauen über ihre Verhütungsoptionen wider. Die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel nimmt spürbar ab, gleichzeitig steigt die Nutzung von Zyklustracking-Apps und damit assoziierten Messsystemen. Viele dieser Technologien sind wissenschaftlich nicht ausreichend validiert und können das fruchtbare Fenster nicht zuverlässig bestimmen. Das kollaborative Projekt CONtraCEPT zielt darauf ab, die Natürliche Familienplanung (NFP) zu verbessern, indem die Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit digitaler Gesundheitstechnologien zur Überwachung des Menstruationszyklus erheblich optimiert wird. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung ausgewählter, bereits auf dem Markt befindlicher Zyklus-Apps und Messsysteme. Als weiterer Schwerpunkt sollen neue Biomarker identifiziert werden, die eine präzise und einfache Bestimmung des fruchtbaren Fensters im Zyklus ermöglichen. Dabei werden diese digitalen Systeme und Biomarker mit dem objektiven fruchtbaren Fenster verglichen, das anhand des durch Ultraschall ermittelten Eisprungs festgelegt wird. So soll gezeigt werden, wie zuverlässig die Zyklus-Tracking-Tools und Biomarker das fruchtbare Fenster erfassen. Darüber hinaus werden Zyklus-Apps, die auf evidenzbasierten NFP-Methoden beruhen, auf Nutzungsfreundlichkeit und Alltagstauglichkeit geprüft. Im Rahmen von CONtraCEPT werden bestehende Kooperationen gestärkt und neue Partnerschaften gefördert, um die gemeinsame Wirkung zu maximieren und Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben. Die erwarteten Erkenntnisse haben weitreichende Implikationen und versprechen, die Präzision und Anwendbarkeit von NFP-Methoden erheblich zu verbessern. Langfristig wird dieses Projekt zur Entwicklung zugänglicher, wissenschaftlich fundierter Heimtests für die Fruchtbarkeit beitragen, um Frauen eine nebenwirkungsfreie und effektive Familienplanung zu ermöglichen.

Teilprojekt 2: Düsseldorf

Förderkennzeichen: 01GR2504B
Gesamte Fördersumme: 514.178 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Tanja Freundl-Schütt
Adresse: Universitätsklinikum Düsseldorf, Frauenklinik
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Teilprojekt 2: Düsseldorf

Die veränderte Einstellung hin zu natürlicheren, interventionsarmen Verhütungsmethoden spiegelt einen tiefgreifenden Wandel im Verständnis von Frauen über ihre Verhütungsoptionen wider. Die Anwendung hormoneller Verhütungsmittel nimmt spürbar ab, gleichzeitig steigt die Nutzung von Zyklustracking-Apps und damit assoziierten Messsystemen. Viele dieser Technologien sind wissenschaftlich nicht ausreichend validiert und können das fruchtbare Fenster nicht zuverlässig bestimmen. Das kollaborative Projekt CONtraCEPT zielt darauf ab, die Natürliche Familienplanung (NFP) zu verbessern, indem die Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit digitaler Gesundheitstechnologien zur Überwachung des Menstruationszyklus erheblich optimiert wird. Der Beitrag am Universitätsklinikum Düsseldorf besteht darin, Zyklus-Tracking-Apps zu identifizieren, die auf wirksamen NFP-Methoden basieren, um eine vergleichende Pilotstudie mit diesen selektierten NFP-Apps durchzuführen und deren Benutzerfreundlichkeit sowie die zugrunde liegenden Nutzungsintentionen zu evaluieren. Neben diesem kurzfristigen Ziel ist das langfristige Ziel, digitale Anwendungen herauszufiltern, die für Effektivitäts(anschluss)studien empfohlen werden können. Ziel von Teilprojekt 2 ist nicht die Entwicklung proprietärer Systeme, sondern die unabhängige Bewertung bestehender Tools und die methodische und anwenderfreundliche Weiterentwicklung. Im Rahmen von CONtraCEPT werden bestehende Kooperationen gestärkt und neue Partnerschaften gefördert, um die gemeinsame Wirkung zu maximieren und Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben. Die erwarteten Erkenntnisse haben weitreichende Implikationen und versprechen, die Präzision und Anwendbarkeit von NFP-Methoden erheblich zu verbessern. Langfristig wird dieses Projekt zur Entwicklung zugänglicher, wissenschaftlich fundierter Heimtests für die Fruchtbarkeit beitragen, um Frauen eine nebenwirkungsfreie und effektive Familienplanung zu ermöglichen.

Teilprojekt 3: Hamburg

Förderkennzeichen: 01GR2504C
Gesamte Fördersumme: 513.891 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Petra Arck
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Experimentelle Feto-Maternale Medizin
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Teilprojekt 3: Hamburg

Mit CONtraCEPT wird das Konzept der nicht-hormonellen Empfängnisverhütung weiterentwickelt. Ziel ist, die Wirksamkeit und den Zugang zur Natürlichen Familienplanung (NFP) durch das präzisere Erkennen des fruchtbaren Zeitfensters zu verbessern. Dafür werden bestehende Zyklus-Apps auf ihre Genauigkeit überprüft, neue Technologien zur Zyklustage-Erfassung bewertet und neue Biomarker identifiziert. Hierfür werden Techniken wie Proteomik und Multiome-Sequenzierung eingesetzt, um Veränderungen in vaginalen und oralen Zellen im Verlauf des Zyklus zu bestimmen. Ziel ist es, Marker zu identifizieren, die den Beginn und das Ende der fruchtbaren Phase eindeutig abgrenzen. Der Beitrag am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf besteht darin, in Teilprojekt 3 zyklusabhängige transkriptomische und epigenetische Signaturen in leicht zugänglichen gewebespezifischen Zelltypen (Vaginal- und Mundschleimhautzellen) zu identifizieren, um eine zeitliche Eingrenzung des fruchtbaren Fensters zu erreichen. Diese Signaturen werden mittels der klinischen Merkmale und Daten aus Zyklus-Tracking-Apps (Teilprojekte 1, 2) validiert, durch die in Teilprojekte 4 generierten proteomischen Daten bestätigt und mit Unterstützung von Teilprojekt 5 bioinformatisch ausgewertet. Damit wird ein zentraler Beitrag zur Entwicklung verlässlicher, Biomarker-basierter Methoden geleistet, die eine präzisere, nicht-invasive Zykluskontrolle ermöglichen. CONtraCEPT setzt damit bewusst auf die steigende Nachfrage nach hormonfreien, digitalen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse bestehende hochwirksame NFP-Methoden vereinfachen, neue Marker in Zyklus-Apps integriert werden können und so eine verlässliche, nebenwirkungsfreie Kontrazeption ermöglicht wird. Dies stärkt die reproduktive Autonomie von Frauen und leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Empfängnisregelung.

Teilprojekt 4: Jena

Förderkennzeichen: 01GR2504D
Gesamte Fördersumme: 442.555 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Udo Markert
Adresse: Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin
Am Klinikum 1
07747 Jena

Teilprojekt 4: Jena

Mit CONtraCEPT soll das Konzept der nicht-hormonellen Kontrazeption weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Zugänglichkeit der Natürlichen Familienplanung (NFP) durch wissenschaftlich validierte Strategien zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters zu verbessern. Dazu werden bestehende Zyklus-Apps systematisch auf ihre Genauigkeit überprüft, neue Technologien zur Zykluserfassung evaluiert und innovative Biomarker identifiziert und validiert. Es wird davon ausgegangen, dass digitale Anwendungen in Kombination mit neuen molekularen Methoden die Vorhersage des fruchtbaren Fensters deutlich präziser machen können. Im Projekt werden moderne Ansätze wie Proteomik und scMultiome-Sequenzierung genutzt, um Veränderungen in vaginalen und oralen Zellen im Verlauf des Zyklus zu erfassen. So sollen besonders zuverlässige Marker für den Beginn und das Ende der fruchtbaren Phase identifiziert werden. Durch die Kombination von hypothesengetriebenen und ungezielten Verfahren soll über die bisherigen Studien hinaus gegangen werden, die meist einzelne Marker untersucht haben. Der Beitrag am Universitätsklinikum Jena liegt in der massenspektrometrischen Analyse des Proteoms und Glycoproteoms von Proben verschiedener Zyklustage. Ziel ist es, neue Marker zu entdecken, die die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage möglichst exakt unterscheiden können. Damit wird ein zentraler Beitrag zur Entwicklung verlässlicher, biomarkerbasierter Methoden geleistet, die eine präzisere, nicht-invasive Zykluskontrolle ermöglichen. CONtraCEPT setzt bewusst auf die steigende Nachfrage nach hormonfreien, digitalen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse bestehende hochwirksame NFP-Methoden vereinfachen, neue Marker in Zyklus-Apps integriert werden können und so eine verlässliche, nebenwirkungsfreie Kontrazeption ermöglicht wird. Damit wird die reproduktive Autonomie von Frauen gestärkt und ein Beitrag zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Empfängnisregelung geleistet.