| Förderkennzeichen: | 01GR2503B |
| Fördersumme: | 1.065.237 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Nina Neuhaus |
| Adresse: |
Universität Münster, Medizinische Fakultät, Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie Albert-Schweizer-Campus 1, Gebäude D11 48149 Münster |
Im Forschungsprojekt ContraPur arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen an der Entwicklung einer neuartigen, nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer. Im Fokus steht ein biologischer Mechanismus, der den Transport von Spermien im Hoden steuert – ausgelöst durch das körpereigene Molekül ATP, das am besten als zelluläre Energiewährung bekannt ist. Studien zeigen, dass lokale ATP-Freisetzung Kontraktionen der Muskelzellen (Peritubulärzellen) verursacht, die die Samenkanälchen mit den reifen, aber noch unbeweglichen Spermien umgeben. Ziel des Projekts ist es, diesen Prozess gezielt und vorübergehend zu blockieren, sodass Männer zeitweise unfruchtbar sind – ohne ihre Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen. Das Verbundprojekt wird ein strukturiertes, integratives Forschungsprogramm verfolgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren deutschen Universitäten werden die Gene, Proteine und Mechanismen untersuchen, die an der durch ATP ausgelösten Kontraktion der Peritubulärzellen in der Wand der Samenkanälchen beteiligt sind. Ziel ist es, die biologischen Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, zu verstehen und letztendlich zu manipulieren. Neben den wissenschaftlichen Zielen adressiert der Verbund auch die Wissenschaftskommunikation. So wird die Öffentlichkeit transparent über die Forschungsaktivitäten zu Verhütungsmitteln informiert und interaktiv mit einbezogen. Im Projekt der Universität Münster werden gezielt bestimmte Erbinformationen von Männern analysiert und mit Daten darüber kombiniert, welche Gene in einzelnen Zellen aktiv sind. Mit diesem Ansatz können Genregulationsnetzwerke identifiziert werden, die für die Kontraktion der Peritubulärzellen wichtig sind. Darüber hinaus, wird ein Testsystem basierend auf Peritubulärzellen etabliert, mittels dessen der Einfluss von Ziel-Substanzen auf die Kontraktion funktional getestet werden kann.