Teilprojekt eines Verbundes

Teilvorhaben der RWTH Aachen

Förderkennzeichen: 01GR2503A
Fördersumme: 625.606 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Marc Spehr
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 1, Mathematik - Informatik - Naturwissenschaften, Institut für Biologie II, Lehrstuhl für Chemosensorik
Worringerweg 3
52074 Aachen

Im Forschungsprojekt ContraPur arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler transdisziplinär an der Entwicklung einer nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer. Im Fokus steht ein Mechanismus, der den Transport von Spermien im Hoden steuert – ausgelöst durch das Molekül ATP. Studien zeigen, dass lokale ATP-Freisetzung Kontraktionen der Muskelzellen (Peritubulärzellen) verursacht, die die Samenkanälchen mit den reifen, noch unbeweglichen Spermien umgeben. Projektziel ist, diesen Prozess gezielt zu blockieren, sodass Männer zeitweise unfruchtbar sind – ohne ihre Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen. Das Verbundprojekt wird ein strukturiertes Forschungsprogramm verfolgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer Universitäten werden Gene, Proteine und Mechanismen untersuchen, die an der Kontraktion der Peritubulärzellen beteiligt sind. Ziel ist es, die Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, zu verstehen und letztendlich zu manipulieren. Neben den wissenschaftlichen Zielen adressiert der Verbund auch die Wissenschaftskommunikation. So wird die Öffentlichkeit transparent über die Forschungsaktivitäten zu Verhütungsmitteln informiert und interaktiv mit einbezogen. Die Universität Aachen koordiniert den Verbund und ist federführend an der Etablierung innovativer Analyseverfahren beteiligt, welche zur Untersuchung molekularer und zellulärer Mechanismen des Spermientransports im Hoden genutzt werden. Dabei werden verschiedene Mausmodelle, Multiphotonenmikroskopie und genetische Ansätze zur Expression von Reporterproteinen in spezifischen Zellpopulationen verwendet. Zudem wird eine projektspezifische Analysesoftware entwickelt. Die geplanten Arbeiten werden nicht nur das Verständnis der Hodenphysiologie und Keimzellreifung verbessern, sondern auch zur Entwicklung neuer Kontrazeptiva beitragen, um eine sichere und akzeptierte Alternative zur bestehenden Verhütung zu schaffen.