| Förderkennzeichen: | 01GR2503D |
| Fördersumme: | 377.054 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Andreas Meinhardt |
| Adresse: |
Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Arbeitsgruppe Reproduktionsbiologie Aulweg 123 35392 Gießen |
Im Forschungsprojekt ContraPur arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler transdisziplinär an der Entwicklung einer nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer. Im Fokus steht ein Mechanismus, der den Transport von Spermien im Hoden steuert – ausgelöst durch das Molekül ATP. Studien zeigen, dass lokale ATP-Freisetzung Kontraktionen der Muskelzellen (Peritubulärzellen) verursacht, die die Samenkanälchen mit den reifen, noch unbeweglichen Spermien umgeben. Projektziel ist, diesen Prozess gezielt zu blockieren, sodass Männer zeitweise unfruchtbar sind – ohne ihre Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen. Das Verbundprojekt wird ein strukturiertes Forschungsprogramm verfolgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer Universitäten werden Gene, Proteine und Mechanismen untersuchen, die an der Kontraktion der Peritubulärzellen beteiligt sind. Ziel ist es, die Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, zu verstehen und letztendlich zu manipulieren. Neben den wissenschaftlichen Zielen adressiert der Verbund auch die Wissenschaftskommunikation. So wird die Öffentlichkeit transparent über die Forschungsaktivitäten zu Verhütungsmittel informiert und interaktiv mit einbezogen. An der JLU Gießen ist das Teilprojekt 3 verortet. Im Projekt werden Transkriptionsprofile von testikulären Peritubulär- und Immunzellen analysiert, um zelltypspezifische Genexpression und Wechselwirkung beider Zelltypen aufzudecken. Die geplanten Arbeiten werden nicht nur das Verständnis der Hodenphysiologie und Keimzellreifung verbessern, sondern auch zur Entwicklung neuer Kontrazeptiva beitragen, um langfristig eine sichere und akzeptierte Alternative zur bestehenden Verhütung zu schaffen.