| Förderkennzeichen: | 01GR2503E |
| Fördersumme: | 102.484 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Artur Mayerhofer |
| Adresse: |
Ludwig-Maximilians-Universität München, Biomedizinisches Centrum (BMC), Zellbiologie - Anatomie III Großhaderner Str. 9 82152 Planegg |
Im Forschungsprojekt ContraPur arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen an der Entwicklung einer neuartigen, nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer. Im Fokus steht ein biologischer Mechanismus, der den Transport von Spermien im Hoden steuert – ausgelöst durch das körpereigene Molekül ATP, das bislang am besten als zelluläre Energiewährung bekannt ist. Studien zeigen, dass lokale ATP-Freisetzung Kontraktionen der Muskelzellen (Peritubulärzellen) verursacht, die die Samenkanälchen mit den reifen, aber noch unbeweglichen Spermien umgeben. Ziel des Projekts ist es, diesen Prozess gezielt und vorübergehend zu blockieren, sodass Männer zeitweise unfruchtbar sind – ohne ihre Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen. Das Verbundprojekt wird ein strukturiertes, integratives Forschungsprogramm verfolgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren deutschen Universitäten werden die Gene, Proteine und Mechanismen untersuchen, die an der durch ATP ausgelösten Kontraktion der Peritubulärzellen in der Wand der Samenkanälchen beteiligt sind. Ziel ist es, die biologischen Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, zu verstehen und letztendlich zu manipulieren. Neben den wissenschaftlichen Zielen adressiert der Verbund auch die Wissenschaftskommunikation. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität München werden " Proof of Concept" Experimente an menschlichen Peritubulärzellen in vitro für vielversprechende Arzneimittelkandidaten durchführen und untersuchen, wie die Plastizität menschlicher Peritubulärzellen mit Veränderungen im purinergen Signalnetzwerk zusammenhängt. Die geplanten Arbeiten werden nicht nur das Verständnis der Hodenphysiologie und Keimzellreifung verbessern, sondern auch zur Entwicklung neuer Kontrazeptiva beitragen, um langfristig eine sichere und akzeptierte Alternative zur bestehenden Verhütung zu schaffen.