Teilprojekt eines Verbundes

Teilvorhaben der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Förderkennzeichen: 01GR2503C
Fördersumme: 599.791 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Christa Müller
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Pharmazeutisches Institut, Abteilung für Pharmazeutische und Medizinische Chemie
An der Immenburg 4
53121 Bonn

Im Forschungsprojekt ContraPur arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler transdisziplinär an der Entwicklung einer nicht-hormonellen Verhütungsmethode für Männer. Im Fokus steht ein Mechanismus, der den Transport von Spermien im Hoden steuert – ausgelöst durch das Molekül ATP. Studien zeigen, dass lokale ATP-Freisetzung Kontraktionen der Muskelzellen (Peritubulärzellen) verursacht, die die Samenkanälchen mit den reifen, noch unbeweglichen Spermien umgeben. Projektziel ist, diesen Prozess gezielt zu blockieren, sodass Männer zeitweise unfruchtbar sind – ohne ihre Fruchtbarkeit dauerhaft zu beeinträchtigen. Das Verbundprojekt wird ein strukturiertes Forschungsprogramm verfolgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrerer Universitäten werden Gene, Proteine und Mechanismen untersuchen, die an der Kontraktion der Peritubulärzellen beteiligt sind. Ziel ist es, die Mechanismen, die dem Spermientransport im Hoden zugrunde liegen, zu verstehen und letztendlich zu manipulieren. Neben den wissenschaftlichen Zielen adressiert der Verbund auch die Wissenschaftskommunikation. So wird die Öffentlichkeit transparent über die Forschungsaktivitäten zu Verhütungsmittel informiert und interaktiv mit einbezogen. Die Universität Bonn befasst sich mit der Entwicklung von Wirkstoffen, die purinerge Signalwege modulieren. Ein Hauptziel ist die Entwicklung von Hemmstoffen für Purin-Rezeptoren (P2X4-, P2X7-, P2Y1-, P2Y2- und P2Y6-Rezeptoren), die entweder selektiv einen der Rezeptoren, oder mehrere gleichzeitig blockieren. Damit soll eine sichere Alternative zu aktuellen Kontrazeptiva erforscht und bereitgestellt werden.