Verbund

NeuroSync - Glukosedysregulation und Demenzprogression

Neurodegenerative Erkrankungen sind beeinträchtigende, mit dem zunehmenden Alter verbundene, unheilbare Erkrankungen, bei denen die fortgeschrittenen Stadien noch unzureichend erforscht sind. Ein besseres Verständnis der individuellen Bedürfnisse und Lebensqualitätsfaktoren ist entscheidend, um die Lebenssituation von Betroffenen, Angehörigen und Pflegenden zu verbessern.

Obwohl bekannt ist, dass Diabetes ein Risikofaktor für Demenz ist, ist bislang nur unzureichend erforscht, wie die spezifischen Mechanismen bei Störungen der Blutzuckerregulation – wie z. B. Insulinresistenz und Glukosevariabilität – mit genetischen, lebensstilbezogenen und psychosozialen Faktoren der Patientinnen und Patienten interagieren und dadurch den Krankheitsverlauf beeinflussen. Der Verbund möchte diese Wissenslücke schließen und die Erkenntnisse in personalisierte, skalierbare Interventionen übersetzen, die den Gesundheitsstatus für vielfältige Bevölkerungsgruppen verbessern, die von Demenz betroffen sind oder sein werden. Das Helmholtz-Zentrum München (01ED2601A) ist dabei insbesondere für die Harmonisierung und Analyse von Kohortendaten verantwortlich. Das Universitätsklinikum Leipzig (01ED2601B) widmet sich vor allem der Entwicklung eines statistischen Analyseplans sowie eines Prädiktionsalgorithmus.

Der Verbund NeuroSync ist Teil des transnationalen EU-Programms zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (JPND).

Teilprojekte

Modellierungsmethodik, kausale Inferenz und Risikostratifizierung

Förderkennzeichen: 01ED2601A
Gesamte Fördersumme: 303.069 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Thorand
Adresse: Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Epidemiologie (EPI)
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Oberschleißheim

Modellierungsmethodik, kausale Inferenz und Risikostratifizierung

Das NeuroSync-Projekt zielt darauf ab, zu untersuchen, wie eine gestörte Glukoseregulation zur Progression von Demenz im mittleren bis späten Stadium beiträgt. Obwohl bekannt ist, dass Diabetes ein etablierter Risikofaktor für Demenz ist, ist bislang nur unzureichend erforscht, wie die spezifischen Mechanismen und Schwellenwerte glykämischer Störungen – wie z. B. Insulinresistenz und Glukosevariabilität – mit genetischen, lebensstilbezogenen und psychosozialen Faktoren der Patientinnen und Patienten interagieren und dadurch den Krankheitsverlauf beeinflussen. NeuroSync möchte diese Wissenslücke schließen und die Erkenntnisse in personalisierte, skalierbare Interventionen übersetzen, die den Gesundheitsstatus für vielfältige Bevölkerungsgruppen verbessern, die von Demenz betroffen sind oder sein werden. Das Projekt ist in drei integrierte Forschungsziele (RO) gegliedert, wobei das Helmholtz Zentrum München vor allem in Bezug auf RO 1 "Prädiktion und kausale Analyse" eine zentrale Rolle in dem Projekt einnimmt. Zur Bearbeitung von RO 1 werden Daten aus großen, ethnisch und sozioökonomisch vielfältigen longitudinalen Kohorten, einschließlich der UK Biobank (Discovery), der AgeCoDe/AgeQualiDe, der Rotterdam, der NAKO-Gesundheitsstudie und der Three-City Studien (Validierung) ausgewertet. Ziel ist die Entwicklung und Validierung interpretierbarer, auf maschinellem Lernen basierender prädiktiver Algorithmen für die Progression von Demenz und deren Subtypen (u. a. Alzheimer und vaskuläre Demenz) sowie für die Gesamtmortalität. Die Harmonisierung über die Kohorten hinweg wird durch standardisierte kognitive Assessments sowie Biomarker- oder Bildgebungsdaten, unter Verwendung eines einheitlichen statistischen Analyseplans und zentralisierter Aufsicht, sichergestellt. RO 1 liefert einen validierten prädiktiven Prototyp als Basis für die Entwicklung personalisierter Interventionen (RO 2) und deren Test in einer Pilot-Machbarkeits- und Akzeptanzstudie (RO 3).

Prädiktion und Interventions Ko-Design Entwicklung

Förderkennzeichen: 01ED2601B
Gesamte Fördersumme: 155.253 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller
Adresse: Universitätsklinikum Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health
Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig

Prädiktion und Interventions Ko-Design Entwicklung

Das NeuroSync-Projekt zielt darauf ab, zu untersuchen, wie eine gestörte Glukoseregulation zur Progression von Demenz im mittleren bis späten Stadium beiträgt. Obwohl bekannt ist, dass Diabetes ein etablierter Risikofaktor für Demenz ist, ist bislang nur unzureichend erforscht, wie die spezifischen Mechanismen und Schwellenwerte glykämischer Störungen – wie z. B. Insulinresistenz und Glukosevariabilität – mit genetischen, lebensstilbezogenen und psychosozialen Faktoren der Patientinnen und Patienten interagieren und dadurch den Krankheitsverlauf beeinflussen. NeuroSync möchte diese Wissenslücke schließen und die Erkenntnisse in personalisierte, skalierbare Interventionen übersetzen, die den Gesundheitsstatus für vielfältige Bevölkerungsgruppen verbessern, die von Demenz betroffen sind oder sein werden. Ziele des Teilprojektes Leipzig sind erstens, Datensätze, die teils bereits an der Universität Leipzig vorliegen, teils durch die Universität Leipzig beantragt werden, aufzuarbeiten und erfolgreich zu übermitteln und damit der Datenharmonisierung beizutragen. Die Universität Leipzig wird aktiv an der Entwicklung eines statistischen Analyseplans mitarbeiten, sodass ein weiteres Ziel der finale, gemeinsame Analyseplan ist. Durch das Aufarbeiten und einpflegen der Datensätze sind weitere Ziele des Teilprojekts die Datenzusammenstellung aller zur Verfügung stehenden Daten sowie schließlich die Verfügbarkeit qualitätsgeprüfter teils-harmonisierter Datensätze. Ein Schwerpunkt des Teilprojekts ist die Prädiktion und Algorithmus-Entwicklung. Ziel ist es, nach erfolgreicher Vorgabe von Parametern eine Algorithmus-Entwicklung festzulegen, darauf aufbauend eine Modellvalidierung festzulegen sowie final einen Prädiktionsalgorithmus für lokal verortete Studien zur Verfügung zu stellen. Schließlich ist die Universität Leipzig an dem Ko-Design einer Intervention beteiligt und verfolgt hier das Ziel, beratend zur finalen Spezifikation der Intervention beizutragen.