Neurodegenerative Erkrankungen sind beeinträchtigende und unheilbare Erkrankungen, die mit zunehmendem Lebensalter verstärkt auftreten. Die verfügbaren medizinischen und sozialen Unterstützungsmaßnahmen konzentrieren sich häufig auf die frühen Stadien der Erkrankung, wohingegen die fortgeschrittenen Phasen noch nicht ausreichend erforscht sind. Ein besseres Verständnis der individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie der Faktoren, die zur Lebensqualität beitragen, sind von wichtiger Bedeutung, um die Lebenssituation von Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie Betreuungs- und Pflegepersonal zu verbessern.
Der Verbund OPTICARE möchte institutionelle Langzeitpflege für Menschen mit fortgeschrittenen neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit und der Alzheimer Demenz länderübergreifend analysieren. In fünf Ländern werden die unterschiedlichen Versorgungsstrukturen vergleichend untersucht, um übertragbare Erfolgsfaktoren und strukturelle Barrieren zu identifizieren. Die Universität Bonn (01ED2605A) übernimmt die wissenschaftliche Gesamtkoordination sowie zentrale Aufgaben in der vergleichenden Datenanalyse und den Ableitungen von Handlungsempfehlungen. Die Universität Marburg (01ED2605B) widmet sich der systematischen Erfassung der Perspektiven der wichtigsten Akteure wie z. B. Patientinnen und Patienten, Pflegepersonen und professionellen Pflegekräften. Zusätzlich ist sie verantwortlich für die Erhebung quantitativer Messdaten und für die länderübergreifende Vergleichbarkeit der Daten.
Der Verbund OPTICARE ist Teil des transnationalen EU-Programms zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (JPND).