Verbund

Reable-DEM-iP - Wiedererlangung der Funktionsfähigkeit von Menschen mit Demenz

Neurodegenerative Erkrankungen sind beeinträchtigende und unheilbare Erkrankungen, die mit zunehmendem Lebensalter verstärkt auftreten. Die verfügbaren medizinischen und sozialen Unterstützungsmaßnahmen konzentrieren sich häufig auf die frühen Stadien der Erkrankung, wohingegen die fortgeschrittenen Phasen noch nicht ausreichend erforscht sind. Ein besseres Verständnis der individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie der Faktoren, die zur Lebensqualität beitragen, sind von wichtiger Bedeutung, um die Lebenssituation von Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie Betreuungs- und Pflegepersonal zu verbessern.

Ziel des Verbundes ist es, durch Implementierung des Reablement-Ansatzes die Pflege und Versorgung bei Patientinnen und Patienten mit Demenz nachhaltig zu verbessern. Reablement zielt darauf ab, vorhandene individuelle Ressourcen gezielt zu nutzen, um Funktionsfähigkeit und Selbstständigkeit in den für die betroffene Person priorisierten Lebensbereichen wiederherzustellen. Die aktive Beteiligung von Angehörigen und Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen ist ein wichtiger Bestandteil, um die individuellen Ziele zu erreichen und deren Umsetzung zu unterstützen.

Der Verbund Reable-DEM-iP ist Teil des transnationalen EU-Programms zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (JPND).

Teilprojekte

Untersuchung des Reablement-Ansatzes in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz

Förderkennzeichen: 01ED2603A
Gesamte Fördersumme: 303.520 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Anja Bieber
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft
Magdeburger Str. 8
06112 Halle (Saale)

Untersuchung des Reablement-Ansatzes in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz

Das Projekt ReableDEM-iP zielt auf eine Transformation der Pflege und Versorgung bei Demenz durch die Implementierung des Reablement-Ansatzes. Reablement steht für das Wie-dererlangen von Funktionsfähigkeit in Bereichen, die individuell priorisiert wurden. Das Reab-leDEM-iP Konsortium umfasst sechs europäische Länder: Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Tschechische Republik und Türkei. Teilziele dieses Vorhabens sind: 1) Untersuchung der Überzeugungen und Haltungen von Vertretenden relevanter Interessengruppen im Themenbereich Demenz (z. B. professionelle Pflegepersonen, Ergotherapeutinnen und -therapeuten) in Bezug auf den Reablement-Ansatz in der Pflege von Menschen im mittleren und mittelschweren Stadium der Demenz und 2) Identifikation von Unterschieden zwischen Interessengruppen und Ländern.

Exploration, Entwicklung und Evaluation (digitaler) Outcome Instrumente

Förderkennzeichen: 01ED2603B
Gesamte Fördersumme: 298.599 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Martin Dichter
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Institut für Pflegewissenschaft
Gleueler Str. 176-178
50935 Köln

Exploration, Entwicklung und Evaluation (digitaler) Outcome Instrumente

Menschen mit Demenz verlieren im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Fähigkeit, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen und sind auf Unterstützung durch Angehörige und professionelle Dienste angewiesen. Medikamentöse Behandlungen haben dabei nur begrenzten Nutzen und können die Herausforderungen im Alltag nicht ausreichend kompensieren. Gleichzeitig besteht ein Mangel an wirksamen, nicht-medikamentösen Versorgungsansätzen. Reablement ist ein personenzentrierter und ressourcenorientierter Ansatz der Betroffene dabei unterstützt, für sie wichtige Alltagsaktivitäten möglichst selbstständig auszuführen. Internationale Studien weisen auf positive Effekte, etwa hinsichtlich Lebensqualität, Selbstbestimmung und Entlastung von Angehörigen, hin. Dennoch findet Reablement bislang nur in geringem Umfang Anwendung, unter anderem aufgrund fehlender struktureller Voraussetzungen, unzureichender Kompetenzen und begrenzter Evidenz zur Wirksamkeit. Ziel des ReableDEM-iP Projekts ist es, Reablement-Interventionen für Menschen mit mittlerer Demenz an den nationalen Versorgungskontext anzupassen, zu implementieren und wissenschaftlich zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Messung individueller Zielsetzungen und deren Erreichung, da vollständige Selbstständigkeit häufig kein realistisches Ziel darstellt. Im Rahmen dieses Teilprojektes werden geeignete Instrumente identifiziert, weiterentwickelt oder neu konzipiert und anschließend erprobt sowie evaluiert. Die Perspektiven von Menschen mit Demenz, Angehörigen und Fachpersonen werden systematisch einbezogen. Ziel ist es, valide und praxisnahe Instrumente bereitzustellen, die Veränderungen im Alltag abbilden und eine fundierte Bewertung der Intervention ermöglichen.