Teilprojekt eines Verbundes

Modellierungsmethodik, kausale Inferenz und Risikostratifizierung

Förderkennzeichen: 01ED2601A
Fördersumme: 303.069 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Thorand
Adresse: Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Epidemiologie (EPI)
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Oberschleißheim

Das NeuroSync-Projekt zielt darauf ab, zu untersuchen, wie eine gestörte Glukoseregulation zur Progression von Demenz im mittleren bis späten Stadium beiträgt. Obwohl bekannt ist, dass Diabetes ein etablierter Risikofaktor für Demenz ist, ist bislang nur unzureichend erforscht, wie die spezifischen Mechanismen und Schwellenwerte glykämischer Störungen – wie z. B. Insulinresistenz und Glukosevariabilität – mit genetischen, lebensstilbezogenen und psychosozialen Faktoren der Patientinnen und Patienten interagieren und dadurch den Krankheitsverlauf beeinflussen. NeuroSync möchte diese Wissenslücke schließen und die Erkenntnisse in personalisierte, skalierbare Interventionen übersetzen, die den Gesundheitsstatus für vielfältige Bevölkerungsgruppen verbessern, die von Demenz betroffen sind oder sein werden. Das Projekt ist in drei integrierte Forschungsziele (RO) gegliedert, wobei das Helmholtz Zentrum München vor allem in Bezug auf RO 1 "Prädiktion und kausale Analyse" eine zentrale Rolle in dem Projekt einnimmt. Zur Bearbeitung von RO 1 werden Daten aus großen, ethnisch und sozioökonomisch vielfältigen longitudinalen Kohorten, einschließlich der UK Biobank (Discovery), der AgeCoDe/AgeQualiDe, der Rotterdam, der NAKO-Gesundheitsstudie und der Three-City Studien (Validierung) ausgewertet. Ziel ist die Entwicklung und Validierung interpretierbarer, auf maschinellem Lernen basierender prädiktiver Algorithmen für die Progression von Demenz und deren Subtypen (u. a. Alzheimer und vaskuläre Demenz) sowie für die Gesamtmortalität. Die Harmonisierung über die Kohorten hinweg wird durch standardisierte kognitive Assessments sowie Biomarker- oder Bildgebungsdaten, unter Verwendung eines einheitlichen statistischen Analyseplans und zentralisierter Aufsicht, sichergestellt. RO 1 liefert einen validierten prädiktiven Prototyp als Basis für die Entwicklung personalisierter Interventionen (RO 2) und deren Test in einer Pilot-Machbarkeits- und Akzeptanzstudie (RO 3).