Teilprojekt eines Verbundes

Das periphere Nervensystem als Auslöser neuropathischer Schmerzen nach Rückenmarksverletzungen

Förderkennzeichen: 01EW2602
Fördersumme: 340.843 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Norbert Weidner
Adresse: Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Fakultät, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie
Schlierbacher Landstrasse 200a
69118 Heidelberg

Neuropathischer Schmerz ist eine der belastendsten Folgen der Rückenmarksverletzung und beruht bisher überwiegend auf vermuteten zentralnervösen Mechanismen. Das geplante Vorhaben untersucht die Rolle des peripheren Nervensystems als möglichen Treiber dieser Schmerzen, um neue diagnostische Marker und therapeutische Ziele zu identifizieren. Hierzu werden in einem internationalen Konsortium strukturelle und funktionelle Veränderungen peripherer Nerven bei Menschen mit akuter und chronischer Querschnittlähmung sowie in komplementären Tiermodellen systematisch charakterisiert. Im deutschen Teilprojekt werden erstens prädiktive periphere Marker für die Entwicklung neuropathischer Schmerzen mittels Analyse der multizentrisch erhobenen Daten innerhalb der abgeschlossenen Nogo Inhibition in Spinal Cord Injury (NISCI) Studie bestimmt, zweitens 15 Patientinnen und Patienten in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit Neurophysiologie, Hautbiopsien und Blut Biomarkern longitudinal untersucht und drittens kausale Zusammenhänge zwischen peripheren Strukturveränderungen, Nozizeptor Hyperexzitabilität, neuroimmunologischen Prozessen und Schmerzverhalten in experimentellen Modellen der Rückenmarksverletzung geprüft. Der multimodale, translationale Ansatz – von klinischen Daten zu mechanistischen Modellen – soll zentrale periphere Treiber identifizieren, die Früherkennung gefährdeter Patientengruppen ermöglichen und langfristig personalisierte Therapien sowie optimierte Rehabilitations- und Neuromodulationsstrategien nach Rückenmarksverletzung vorbereiten.