| Förderkennzeichen: | 01GR2504D |
| Fördersumme: | 442.555 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Udo Markert |
| Adresse: |
Universitätsklinikum Jena, Klinik für Geburtsmedizin Am Klinikum 1 07747 Jena |
Mit CONtraCEPT soll das Konzept der nicht-hormonellen Kontrazeption weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Zugänglichkeit der Natürlichen Familienplanung (NFP) durch wissenschaftlich validierte Strategien zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters zu verbessern. Dazu werden bestehende Zyklus-Apps systematisch auf ihre Genauigkeit überprüft, neue Technologien zur Zykluserfassung evaluiert und innovative Biomarker identifiziert und validiert. Es wird davon ausgegangen, dass digitale Anwendungen in Kombination mit neuen molekularen Methoden die Vorhersage des fruchtbaren Fensters deutlich präziser machen können. Im Projekt werden moderne Ansätze wie Proteomik und scMultiome-Sequenzierung genutzt, um Veränderungen in vaginalen und oralen Zellen im Verlauf des Zyklus zu erfassen. So sollen besonders zuverlässige Marker für den Beginn und das Ende der fruchtbaren Phase identifiziert werden. Durch die Kombination von hypothesengetriebenen und ungezielten Verfahren soll über die bisherigen Studien hinaus gegangen werden, die meist einzelne Marker untersucht haben. Der Beitrag am Universitätsklinikum Jena liegt in der massenspektrometrischen Analyse des Proteoms und Glycoproteoms von Proben verschiedener Zyklustage. Ziel ist es, neue Marker zu entdecken, die die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage möglichst exakt unterscheiden können. Damit wird ein zentraler Beitrag zur Entwicklung verlässlicher, biomarkerbasierter Methoden geleistet, die eine präzisere, nicht-invasive Zykluskontrolle ermöglichen. CONtraCEPT setzt bewusst auf die steigende Nachfrage nach hormonfreien, digitalen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse bestehende hochwirksame NFP-Methoden vereinfachen, neue Marker in Zyklus-Apps integriert werden können und so eine verlässliche, nebenwirkungsfreie Kontrazeption ermöglicht wird. Damit wird die reproduktive Autonomie von Frauen gestärkt und ein Beitrag zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Empfängnisregelung geleistet.