Teilprojekt eines Verbundes

ZI Mannheim

Förderkennzeichen: 01KD2511E
Fördersumme: 117.757 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Dr. Katrin Scharpf
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Bis zu 50% aller Krebspatientinnen und -patienten erhalten im Therapieverlauf eine Strahlentherapie. Strahleninduzierte Sarkome (radiation-induced sarcomas, RIS) sind eine seltene, schwerwiegende und schwer behandelbare Spätfolge. Das interdisziplinäre TTRIS-CSI-Konsortium vereint Expertisen aus Humangenetik, Präzisionsonkologie, Pathologie, Radioonkologie, Epidemiologie, Psychoonkologie und Sarkombehandlung unter aktiver Beteiligung von Patientenvertretern. Ziel ist es, die Ursachen von RIS systematisch zu  erforschen und ein multifaktorielles Vorhersagemodell zu entwickeln, das Gewebeeigenschaften, Merkmale der Erstbehandlung und das familiäre Krebsrisiko integriert. Analysen der deutschen Krebsregister sichern die Repräsentativität, Befragungen zu Bedürfnissen und Belastungen der Betroffenen stärken Aufklärung und partizipative Entscheidungsfindung. Mittelfristig sollen die Ergebnisse in eine akademische klinische Studie, etwa im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen ("One NCT"), münden. Das Teilprojekt des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim befasst sich mit den psychoonkologischen Fragestellungen des Projektes. Es soll die Bedeutung von RIS für Betroffene und Angehörige verstanden, das Ausmaß der Beeinträchtigungen abgeschätzt werden und das Problembewusstsein für die Möglichkeit dieser Spätfolgen erhöht werden. Es soll der Bedarf für eine veränderte Aufklärung und Entscheidungsfindung aus der Patienten- und Betroffenenperspektive erhoben werden. Das Projekt trägt somit dazu bei, unerwünschte Krankheits- und Therapiefolgen zu verstehen und zu verhindern. Konkret soll Wissen entstehen über die Arten und Häufigkeitsverteilung der kognitiven, emotionalen und sozialen Auswirkungen und Verarbeitungen der persönlichen Betroffenheit oder der Möglichkeit des Betroffenwerdens von RIS.