Teilprojekt eines Verbundes

Universität Heidelberg

Förderkennzeichen: 01KD2511A
Fördersumme: 686.510 EUR
Förderzeitraum: 2026 - 2029
Projektleitung: Prof. Dr. Jens Jakob
Adresse: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Universitätsklinikum Mannheim, Chirurgische Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim

Bis zu 50% aller Krebspatientinnen und -patienten erhalten im Therapieverlauf eine Strahlentherapie. Strahleninduzierte Sarkome (radiation-induced sarcomas, RIS) sind eine seltene, schwerwiegende und schwer behandelbare Spätfolge. Das interdisziplinäre TTRIS-CSI-Konsortium vereint Expertisen aus Humangenetik, Präzisionsonkologie, Pathologie, Radioonkologie, Epidemiologie, Psychoonkologie und Sarkombehandlung unter aktiver Beteiligung von Patientenvertretungen. Ziel ist es, die Ursachen von RIS systematisch zu erforschen und ein multifaktorielles Vorhersagemodell zu entwickeln, das Gewebeeigenschaften, Merkmale der Erstbehandlung und das familiäre Krebsrisiko integriert. Analysen der deutschen Krebsregister sichern die Repräsentativität, Befragungen zu Bedürfnissen und Belastungen der Betroffenen stärken Aufklärung und partizipative Entscheidungsfindung. Mittelfristig sollen die Ergebnisse in eine akademische klinische Studie, etwa im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen ("One NCT"), münden. Der Standort Universität Heidelberg übernimmt im Verbundprojekt TTRIS-CSI zentrale koordinierende und wissenschaftliche Aufgaben. Die Projektkoordination am Sarkomzentrum Mannheim verantwortet die bundesweite Awarenesskampagne sowie den Aufbau einer einheitlich dokumentierten RIS-Kohorte im NCT-Netzwerk und an zertifizierten Krebszentren. Standardisierte Prozesse für Einwilligung, Probenlogistik und histopathologische Bestätigung sichern hohe Daten- und Probenqualität. Die Radio-Onkologie des Universitätsklinikums Heidelberg untersucht den Einfluss von Parametern der Strahlentherapie auf die RIS-Entstehung. Das Institut für Humangenetik analysiert genetische Prädispositionen anhand strukturierter Familienanamnese und Ganzgenomanalysen in enger Kooperation mit dem DKFZ und integriert klinische und genetischer Faktoren in einem multifaktoriellen Vorhersagemodell für eine präzisere Risikoabschätzung und personalisierte Präventionsstrategien bei RIS.