| Förderkennzeichen: | 01GP2506D |
| Fördersumme: | 236.573 EUR |
| Förderzeitraum: | 2026 - 2029 |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Ruth Horn |
| Adresse: |
Universität Augsburg, Medizinische Fakultät, Lehrstuhl Ethik der Medizin Universitätsstr. 2 86159 Augsburg |
Das Vorhaben verfolgt einen integrierten, methodisch kombinierten Ansatz zur Untersuchung und Gestaltung der ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Implikationen von NeuroAI. Zunächst wird in einer systematischen Analyse der aktuelle Forschungsstand zu KI-gestützten Neurotechnologien und neuromorphen Systemen ausgewertet. Dabei kommen Methoden der normativen Ethikanalyse, der Rechtsauslegung sowie strukturierte Literatur- und Dokumentenanalysen zum Einsatz. Auf dieser Grundlage entwickelt das Team ein Modell zentraler ethischer Spannungsfelder, sowie eine Gap-Analyse bestehender regulatorischer Rahmenbedingungen. Parallel dazu arbeitet das Projekt mit einem "embedded-ethics"-Ansatz: ELSA-Forschende werden direkt in die technischen Forschungsprozesse der Verbundpartner eingebunden. In der zweiten Projektphase erfolgt ein partizipatives Vorgehen zur Governance-Entwicklung. Hierzu werden Stakeholder in ko-kreative Workshops, Fokusgruppen und strukturierte Konsultationen eingebunden. Die gewonnenen theoretischen und empirischen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Erstellung eines harmonisierten Governance-Rahmens sowie eines praxisorientierten ethischen Toolkits. Dieses Teilprojekt (TP3) verfolgt das Ziel mithilfe qualitativer Methoden ein tiefgreifendes Verständnis der ethischen Herausforderungen von NeuroAI in der praktischen Anwendung zu gewinnen. Hierzu werden die gelebten Erfahrungen, Einstellungen und Perspektiven verschiedener Stakeholdergruppen untersucht und kritisch diskutiert. Die Ergebnisse werden mit den Erkenntnissen aus TP1-2 zusammengeführt, vor dem Hintergrund zugrunde liegender Wertrahmen kontextualisiert und zur Bewertung der praktischen Relevanz bestehender ethischer Richtlinien genutzt. Gleichzeitig werden potenzielle Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis aufzeigt. Dieser empirisch fundierter Ansatz dient der Entwicklung theoretischer ethischer Argumente, die die Erfahrungen der Stakeholder direkt widerspiegeln.